1.600 Hitzetote im Land: Drohen jetzt Engpässe bei Bestattern?
- Die aktuelle Hitzewelle stellt das Bestattungswesen in Rheinland-Pfalz nach Angaben des Fachverbands vor keine größeren Kapazitätsprobleme. (Symbolbild)
- Foto: Hannes P. Albert/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Rheinland-Pfalz. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind bis zum 2. August bereits rund 1.600 Menschen im Land hitzebedingt gestorben. Das Bestattungswesen sieht trotz der hohen Zahl derzeit keine größeren Kapazitätsprobleme.
Nach Angaben des Fachverbands gibt es in Rheinland-Pfalz anders als in einzelnen Regionen Nordrhein-Westfalens keine vergleichbaren Engpässe etwa bei Kühlmöglichkeiten für Gestorbene. Das gelte in allen vier Bezirksverbänden des Landes.
Städte stärker belastet als ländliche Räume
Von der Hitze sind nach Einschätzung des Verbands alle Regionen in Rheinland-Pfalz betroffen. Etwas weniger belastet seien ländliche Räume und Höhenlagen. Gerade bei hohen Temperaturen können Kühlkapazitäten in kommunalen Einrichtungen, Kliniken und Bestattungsunternehmen grundsätzlich knapp werden.
Probleme entstehen vor allem in den Abläufen
Nach Angaben der Bestatter liegen die Schwierigkeiten derzeit vor allem in der Organisation von Sterbefällen. Verzögerungen bei Überführungen und der Versorgung Gestorbener können entstehen, wenn notwendige Freigaben oder kommunale Lagerkapazitäten nicht rechtzeitig bereitstehen.
Auch unklare Zuständigkeiten zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft, Kliniken, Gesundheitsämtern und Ordnungsbehörden erschweren laut Verband mitunter ein schnelles Vorgehen. In Rheinland-Pfalz habe das bislang aber nicht zu Engpässen geführt.
Verband verweist auf Notfallplanung
Für weitere Hitzesommer sieht sich die Branche nach eigenen Angaben gut vorbereitet. Seit 2020 gibt es demnach eine bundesweite Kapazitätenliste mit verfügbaren Mitarbeitern, Fahrzeugen, Kühlmöglichkeiten, Särgen und Leichenhüllen. Diese Daten würden laufend aktualisiert und könnten von lokalen Krisenstäben genutzt werden.
Zusätzlich stehen in allen Bundesländern Notfallteams bereit, um bei größeren Schadenslagen das Verstorbenenmanagement zu unterstützen. Der Verband weist aber darauf hin, dass Zusatzkosten für Aufbahrung und Kühlung durch Verzögerungen bei kommunalen Stellen von Angehörigen getragen werden müssen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |