Regenwasser sammeln: Passende Zisterne oder Tonne zum Dach finden
- Regenwasser sammeln: Wer in trockenen Wochen den Garten wässern muss, kann mit gesammeltem Regenwasser sparen
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Regenwasser sammeln. Wasser wird in vielen Regionen knapper – und für Gartenbesitzer oft teurer. Mit Regentonne oder Zisterne lässt sich Regenwasser speichern, Gebühren können sinken. Worauf Hausbesitzer bei Größe, Kosten und Einbau achten sollten.
Laut Bundesanstalt für Geowissenschaften hat Deutschland seit 2000 pro Jahr 0,76 Kubikkilometer Grundwasser verloren. In heißen, längeren Sommern verdunstet mehr und es regnet wenig. Gleichzeitig nehmen ausgetrocknete Böden Regen schlechter auf, er fließt im Kanal ab.
In vielen Regionen Deutschlands fehlt durch die Klimaerwärmung im Sommer das Sickerwasser, das die Grundwasserkörper wieder füllt. Im Neubau sind Zisternen daher seit Jahren in vielen Kommunen Pflicht. Damit lassen sich die Kosten für die Gartenbewässerung für Bürger niedrig halten. Auch im Bestand lässt sich Regenwasser auffangen und sammeln, um die Vegetation im eigenen Garten bei anhaltender Trockenheit zu bewässern. In Trockensommern tragen Bürger damit zur Regenwasserversickerung bei. Einige Städte müssen im Sommer die Wassermenge begrenzen, die Haushalte nutzen dürfen. Wer eine Zisterne oder Regentonnen hat, ist in Dürresommern besser dran.
Tanks für Regenwasser verhindern zudem eine Überlastung der Kanalsysteme, die in Städten und Kommunen bei Starkregen teils schon an ihre Grenzen kommen.
Regenwassernutzung für Waschmaschine und Gartenbewässerung spart Geld
Das Wasser darf nach den Vorgaben für Regenwassernutzung auch für Toilettenspülung und Waschmaschine genutzt werden. Sobald weniger Regen in den Kanal abfließt, sinken laut Verbraucherzentrale die Abwassergebühren. Wer dem kommunalen Entwässerungsbetrieb mitteilt, wie viel Wasser über das Dach in die Zisterne läuft, spart in der Regel Gebühren für Oberflächenwasser.
Für weitere versiegelte Flächen unabhängig vom Dach sind die Oberflächenwassergebühren aber weiterhin fällig. Das sind Einfahrten, Carportzufahrten, gepflasterte Höfe, von denen Wasser in den Kanal fließt. Wichtig sind beim geltend Machen der Gebührenreduktion Belege, also Angaben zur Dachfläche und Zisternengröße. Wird das Wasser für Toilette und Waschmaschine genutzt, werden weiterhin Abwassergebühren fällig, allerdings nicht für Oberflächenwasser. Nur die normalen Abwassergebühren. Die Faustformel für das Oberflächenwasser ist:
Gebühr = Versiegelte Fläche + Dachfläche (in Quadratmeter) x Gebührensatz (in Euro)
Das gesammelte Wasser ist kein Trinkwasser. Wird eine Leitung für das Regenwasser angelegt, muss diese bei den Wasserwerken gemeldet werden. Trinkwasser und Grauwasser dürfen nicht vermischt werden und demnach nicht über eine Leitung laufen.
Regenwasser sammeln: Welche Zisternengröße passt zum Dach und Garten?
Mit wie vielen Litern man rechnen kann, lässt sich mit einer einfachen Faustformel ausrechnen:
Jahresertrag = Dachfläche m² × Niederschlag (mm, entspricht l/m²) × Ertragsbeiwert
Als Größe nimmt man die Dachgrundfläche, als hätte man ein Flachdach. Denn die Menge Regen, die fällt, ist bei Walm- und Spitzdach die gleiche. Der Ertragsbeiwert variiert je nach Oberfläche. Auf glatten Solarpanels fließt der Regen am schnellsten ab. Solardächer haben einen Ertragsbeiwert von 0,9, also 90 Prozent. Auf Ziegeldächern fließen 80 Prozent ab (Ertragsbeiwert 0,8), auf Gründächern 50 Prozent, bei intensiver Begrünung sogar nur 30 Prozent (Ertragsbeiwert 0,5). Bei Bitumendächern sollte man auf Regentonnen und Zisternen verzichten, weil organische Stoffe sich ausspülen und die Zisterne zusetzen. Der Jahresertrag hängt auch von der jährlichen Niederschlagsmenge ab. Diese ist auf der Website der Kommune ausgewiesen oder beim Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen ersichtlich. Es gibt weitere Formeln, die auch den Verbrauch berücksichtigen sowie einige Online-Rechner.
Regenwasser sammeln: Regentonne, Container oder Zisterne?
Fürs Sammeln von Regenwasser ist die Regentonne die pragmatischste und günstigste Lösung. Über ein Fallrohr lässt sich das Wasser vom Dach auffangen. Alternativ nutzen viele Eigentümer IBC-Behälter, wie sie auch die Industrie einsetzt. „Die Container sollten mit Überzügen, die im Handel zu haben sind, überzogen werden, um Lichteinstrahlung und damit Algenbildung zu vermeiden“, erklärt Referentin Bettina Niestrath. „Auch das Wasser in der Tonne ist vor Mücken zu schützen.“
Die gängigsten Lösungen sind Zisternen, die sich mit einem bestellten Kleinbagger oder per Hand leicht in den Boden einbringen lassen. Sie liegen kühl und abgedeckt. Bis zu 75.000 Liter können Zisternen fassen, je nach Größe. „Mit der Größe steigen aber auch Aufwand und Kosten“, erklärt Niestrath, „wer beides niedrig halten will, kann zwei oder mehrere Tonnen aufstellen, die sich unten verbinden lassen. Nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren ist der Wasserspiegel immer gleich hoch.“
Eine Kunststoffzisterne lässt sich leichter transportieren und einbauen als eine Betonzisterne, die im Bestand kaum hinter das Haus zu transportieren ist. Eine kleine Zisterne aus Kunststoff lässt sich per Hand einbauen, eine größere mit mehr als 15 Kubikmetern mit einem Minibagger.
Bei sehr hohen Grundwasserpegeln sollte eine feste Betonzisterne bevorzugt werden, die nicht auftreibt. Nur Betonzisternen sind zudem mit einem Auto befahrbar. Plastikzisternen eignen sich unter Parkflächen daher nicht. Der Vorteil von sogenannten Flachtanks ist, dass nicht tief gebaggert werden muss.
Regenwasser sammeln: Die passenden Filtersysteme für Zisterne und Tonne
Je nach Kommune/Anschlussart können diese rechtlichen Vorgaben gelten im Umgang mit der Zisterne:
- Die Zisterne sollte man einmal in der Saison überlaufen lassen. So kann Laub, das oben schwimmt, abfließen. Es lagert sich nicht am Grund ab.
- Ein guter, genau passender Filter ist unbedingt notwendig, um Pollen, Staub und Blätter, die durch die Regenrinne eingespült werden, abzuhalten.
- Der Filter muss sich einfach reinigen lassen, es darf keinen Rückstau geben. Ist die Reinigung aufwendig, zum Beispiel wenn der Filter schlecht zugänglich ist und erfolgt daher selten, wird die Zisterne verschmutzen.
- Wenn der Filter gestört ist, muss das Regenwasser ungehindert ablaufen können. Es kann in einer Mulde versickern oder Fallrohr und Kanal zugeführt werden.
Das Wasser wird in den meisten Filtersystemen im Zulauf gefiltert. Der Zulauf sollte möglichst tief in Regentonne oder Tank münden, um das Wasser nicht ständig umzuwühlen und damit Pollen und Blätter unter zu spülen an den Grund. Dort lassen sie sich nicht mehr entfernen. Ganz sauber halten lässt sich das Wasser in den Gefäßen nicht. Die Entnahme sollte nicht tiefer als 10 Zentimeter über dem Boden des Gefäßes erfolgen, weil es am Boden am wenigsten sauber ist.
- Regenwasser sammeln: So funktioniert ein zugängliches Filter, allerdings sollte der Zulauf besser tief liegen. Über die Pumpe lässt sich das Wasser in Tonnen im Garten pumpen oder abpumpen, wenn die Zisterne zu voll wird.
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Regenwasser versickern lassen, wenn Tonne oder Tank voll sind
Fasst der Speicher kein Wasser mehr, sollte man das Wasser am besten über eine Mulde versickern lassen. „Von Vorteil ist dabei ein hoher Überlauf, der das Wasser vom Speicher in eine Mulde leitet. Hat der Garten dagegen keine Mulde, sollte der Überlauf das überschüssige Regenwasser in den Kanal ableiten. Bei einer Tonne passiert das meist übers Fallrohr vom Dach ins Kanalsystem“, erklärt Niestrath. „Ein Regensammler mit Überlaufstopp sorgt dafür, dass das Wasser richtig ablaufen kann und durch zu hohen Druck keine Blätter und Pollen in die Tonne gelangen.“
Regenwasser sammeln: Was kann die Zisterne leisten?
Wer einen mehr als 200 Quadratmeter großen Nutzgarten hat, kommt mit der Zisterne nicht hin, wenn es vier Wochen am Stück trocken und heiß ist. In manchen Teilen des Gartens lassen sich hitzeresistente Pflanzen setzen. Wer die Regenwassernutzungsanlage für Toilettenspülung und Waschmaschine betreibt, sollte dies in Perioden tun, in denen es regnet.
Welche Kosten entstehen? Wann lohnt sich eine Zisterne oder Tonne?
Das Aufstellen von Regentonnen ist nur mit wenig Aufwand und Geld möglich. Die Tonnen lassen sich über ein Rohr verbinden. Laut Verbraucherzentrale sollte das Verbindungsrohr meist wieder weit unten gesetzt werden, damit sich das Wasser gleichmäßig verteilt.
Eine Zisterne lohnt sich meist, wenn (i) man einen größeren Garten hat, (ii) regelmäßig gießt (iii) und mindestens 3–4 Personen im Haushalt leben.
Einfache Faustformel: Ab etwa 500 m² Gartenfläche oder mehr als 100.000 Litern Wasserverbrauch pro Jahr kann sich eine Zisterne wirtschaftlich lohnen. Besonders sinnvoll wird sie, wenn das Regenwasser zusätzlich für Toilette oder Waschmaschine genutzt wird. Die Zisternen sind förderfähig über den Bereich Umwelt und Klima der Kommune. jg
Schon gewusst?
Hitze und Trockenheit setzen Pflanzen in der warmen Vorderpfalz immer stärker unter Druck. Der Trockenheitsindex zeigt, wie oft Böden weniger als 30 Prozent des Wassers speichern, das Pflanzen unter guten Bedingungen zur Verfügung steht. In der Vorderpfalz stieg die Zahl solcher trockenen Tage seit den 1950er-Jahren von 71 auf bis zu 99 pro Jahr. Obwohl im Winter mehr Regen fällt, fehlt während der Vegetationszeit oft Wasser. Das spüren viele längst im eigenen Garten. Hohe Grundwasserspiegel kommen in Städten ausschließlich direkt am Rhein nur tiefer wuzelnden Bäumen zugute, beispielsweise den Platanen auf der Parkinsel. In anderen Stadtteilen Ludwigshafens hat man dieselben Probleme wie in der gesamten Vorderpfalz. Landau und Dürkheim sind besonders betroffen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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