Neue Landesbeauftragte in Rheinland-Pfalz startet Kampf gegen Gewalt

Diehls Stelle ist beim Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Jugend und Familie angesiedelt. | Foto: Lea Winkler/dpa
  • Diehls Stelle ist beim Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Jugend und Familie angesiedelt.
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Mainz. Der Kampf gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Rheinland Pfalz bekommt eine neue zentrale Stimme. Ab Mittwoch, 1. Juli, übernimmt Anette Diehl das Amt der unabhängigen Landesbeauftragten gegen sexualisierte Gewalt.

Die langjährige Mitarbeiterin des Frauennotrufs Mainz bringt fast vier Jahrzehnte Erfahrung in der Beratung von Betroffenen mit. In ihrer neuen Rolle will sie stärker an den Ursachen ansetzen und politische Entscheidungen mit der Perspektive von Betroffenen prägen.

Diehl beschreibt sich selbst als hartnäckig. „Ich bin, glaube ich, bestellt worden, weil ich eine Kämpferin bin. Ich bezeichne mich selbst auch gerne als Wadenbeißerin.“

Die gelernte Erzieherin hat Ausbildungen in personenzentrierter Beratung absolviert und sich zur Trauma Fachberaterin weitergebildet. Neben der praktischen Arbeit engagierte sie sich auch in politischer Strategiearbeit und in Fachgremien auf Landes und Bundesebene. Diese Kombination sieht sie als Grundlage für ihre neue Aufgabe.

Hilfsangebote im Land besser vernetzen

Ein Schwerpunkt der Arbeit soll sein, vorhandene Hilfsangebote enger zu verbinden. In Rheinland Pfalz existieren bereits zahlreiche Programme zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.

Nach Einschätzung Diehls arbeiten viele Initiativen jedoch nebeneinander. Ziel sei es, Kompetenzen stärker zu bündeln und Zuständigkeiten für Betroffene und Fachstellen klarer sichtbar zu machen.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Beteiligung von Betroffenen. „Häufig wird über Betroffene geredet, aber nicht mit ihnen“, sagt Diehl. Deshalb soll die Zusammenarbeit mit dem Landesbetroffenenrat eine wichtige Rolle spielen. In dem 2023 eingerichteten Gremium engagieren sich Menschen, die selbst sexualisierte Gewalt in ihrer Kindheit oder Jugend erlebt haben.

Mehr Aufmerksamkeit für Prävention

Neben Beratung und politischer Arbeit plant die neue Landesbeauftragte auch stärkere Öffentlichkeitsarbeit. Kampagnen und Informationsangebote sollen das Bewusstsein für Grenzverletzungen, Machtverhältnisse und strukturelle Probleme schärfen.

Das Amt ist im Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Jugend und Familie angesiedelt. Es geht auf Empfehlungen des rheinland pfälzischen Pakts gegen sexualisierte Gewalt zurück. Insgesamt 40 Maßnahmen sollen den Schutz von Kindern und Jugendlichen verbessern.

Nach Angaben des Ministeriums übernimmt Rheinland Pfalz mit der Einrichtung der Stelle eine Vorreiterrolle in Deutschland. Diehl will sich daher auch bundesweit vernetzen. Zu ihren ersten geplanten Gesprächen gehört der Austausch mit der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs auf Bundesebene, Kerstin Claus. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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