Kritik aus Mainz: Schweitzer zweifelt an Merz-Rückhalt
- Schweitzer wundert sich, dass der Name Merz in dem Schreiben nicht vorkommt. (Archivbild)
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Mainz. Für politisch Interessierte in Rheinland-Pfalz wird der Streit um die Führung der Union auch im Südwesten greifbar: SPD-Bundesvize Alexander Schweitzer bezweifelt, dass ein Schreiben der acht CDU-Ministerpräsidenten wirklich klare Rückendeckung für Bundeskanzler Friedrich Merz bietet.
Schweitzer sagte in der Landespressekonferenz in Mainz: „Ich weiß nicht, wer es geschrieben hat, wer es tatsächlich formuliert hat, aber irgendjemandem ist nicht eingefallen, wie der aktuelle Kanzler heißt." Der Name Friedrich Merz komme in dem Schreiben nicht vor.
Fußballvergleich zur Kanzler-Rückendeckung
Schweitzer zog einen Vergleich aus dem Fußball: „Wäre ich Trainer eines Fußballvereins und mein Vorstand hätte mir mit diesem Schreiben dokumentieren wollen, dass ich auch für die nächste Saison der Trainer bleibe, dann würde ich mir wahrscheinlich schon überlegen, wo meine Sporttasche steht."
In der gemeinsamen Erklärung der CDU-Ministerpräsidenten heißt es unter anderem: „Die Menschen können darauf vertrauen, dass wir ihre Probleme angehen. Als Ministerpräsidenten wollen und werden wir gemeinsam mit dem Bundeskanzler unseren Beitrag dazu leisten." Das Schreiben soll auf eine Initiative des rheinland-pfälzischen Regierungschefs Gordon Schnieder zurückgehen. Merz steht seit dem Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt innerparteilich stark unter Druck.
Schweitzer spricht von ungewöhnlicher Rigorosität
Schweitzer sagte, er habe „eigentlich noch nie erlebt", dass auf so offener Bühne die Autorität eines amtierenden Kanzlers angegriffen worden sei. Niemand könne abstreiten, dass Merz selbst dazu beigetragen habe. Zugleich nannte Schweitzer die Rigorosität im innerparteilichen Umgang mit Merz „extrem ungewöhnlich". dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |