Diskriminierung in Rheinland-Pfalz: Schulungen für Lehrer gefordert
- Viele Lehrer wüssten zu wenig über Minderheiten, glaubt Michael Hartmann.
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Mainz. Kinder aus Familien der Sinti und Roma können nach Einschätzung des rheinland-pfälzischen Antiziganismusbeauftragten Michael Hartmann im Schulalltag ausgegrenzt und stigmatisiert werden. Viele Lehrkräfte wüssten zu wenig über die Minderheit, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.
Hartmann berichtet von wiederkehrenden Einzelfällen an Schulen. Der Umgang mit Sinti und Roma müsse deshalb verbindlich in die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften aufgenommen werden. Darüber wolle er mit Kultusministerin Ute Eiling-Hütig von der CDU sprechen.
Geschichte und Gegenwart stärker vermitteln
In Rheinland-Pfalz leben nach Hartmanns Angaben rund 10.000 Sinti und Roma. Viele Menschen aus der Gemeinschaft sorgten sich angesichts einer erstarkenden AfD und der Erfahrungen ihrer Familien während der NS-Zeit erneut vor Verfolgung, berichtete der Beauftragte.
Sinti und Roma seien im Nationalsozialismus ebenso wie Jüdinnen und Juden zur vollständigen Vernichtung vorgesehen gewesen. Dieses Wissen sei in der Öffentlichkeit oft wenig verbreitet, sagte Hartmann.
Folgen der Zeit nach 1945 aufarbeiten
Hartmann fordert zudem, die Ausgrenzung von Überlebenden nach dem Zweiten Weltkrieg in Rheinland-Pfalz systematisch aufzuarbeiten. Viele seien damals an den Stadtrand gedrängt und weiter stigmatisiert worden. Die Folgen reichten nach seiner Einschätzung bis in die Gegenwart.
Sein Ziel sei mehr gegenseitiges Verständnis. Das Amt ist im Landesgesetz zum Schutz und zur gleichberechtigten Teilhabe von Sinti und Roma verankert. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |