Waldbrand nahe Monschau: Rauchwarnung und Evakuierung im Blick
- Neues Sorgen für die Eifel-Bewohner wegen der Brände im Hohen Venn in Belgien
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Monschau. Wegen des Waldbrandes im belgischen Hohen Venn müssen sich Menschen nahe Monschau auf starke Rauchbelastung einstellen, in mehreren Ortsteilen wird zudem zu Vorsicht und Vorbereitung auf eine mögliche Evakuierung geraten.
Die Feuerfront lag nach Angaben der Stadt in der Nacht zum Sonntag, 16. August, nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Monschau selbst liegt rund zwei Kilometer von der Grenze weg. Die Stadt warnte vor erheblicher Rauchentwicklung und möglichen Rauchniederschlägen ab dem Vormittag. Gesundheitliche Gefahren durch den Brandrauch seien nicht auszuschließen.
Für die Ortsteile Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg westlich des Messewegs empfahl die Stadt am frühen Morgen, Häuser und Wohnungen vorübergehend zu verlassen. Betroffene sollten möglichst bei Verwandten oder Freunden unterkommen. Die Empfehlung galt zunächst bis 18 Uhr.
Auf eine mögliche Evakuierung vorbereiten sollen sich nach Angaben der Stadt außerdem Menschen in Kalterherberg und Mützenich. Eine Sprecherin sagte, betroffen seien rund 5.000 Menschen. Der Stand am frühen Morgen war aber, dass keine Evakuierung angeordnet sei. Es handle sich um Vorsichtsmaßnahmen.
Was die Stadt Monschau jetzt empfiehlt
Die Stadt fordert Einwohner auf, Notgepäck bereitzuhalten und Nachbarn zu informieren. Außerdem sollen die Notrufleitungen von Polizei und Feuerwehr nur in echten Notfällen genutzt werden.
- Fenster und Türen geschlossen halten, wenn Rauch aufzieht
- Hinweise der Stadt und Einsatzkräfte laufend verfolgen
- Notgepäck für eine mögliche Räumung bereitlegen
- Nachbarn informieren, falls sie Warnmeldungen nicht mitbekommen
Feuerwehr beobachtet die Lage an der Grenze
Die Feuerwehr Monschau rechnet derzeit nicht mit einem schnellen Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet. Einsatzleiter Philipp Krüger sagte der dpa am frühen Morgen, die Lage werde weiter eng beobachtet und fortlaufend neu bewertet. Einsatzkräfte hätten zuvor Felder nahe der deutsch belgischen Grenze gewässert, um Zeit zu gewinnen. Unterstützt wurde die Feuerwehr vom Technischen Hilfswerk.
Bereits zuvor hatte die Stadt einzelne Siedlungen in Kalterherberg und Mützenich auf eine mögliche Räumung vorbereitet. Nach Angaben der Stadt ordneten belgische Behörden in der direkt angrenzenden Ortschaft Küchelscheid bereits eine Evakuierung an.
Auch in Belgien laufen Evakuierungen
Nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga mussten in zwei belgischen Orten rund 600 Menschen ihre Häuser verlassen. Gründe seien die schnelle Ausbreitung des Feuers, wechselnde Windrichtungen und starke Rauchentwicklung.
Der Gouverneur der Provinz Lüttich hatte am Abend mitgeteilt, dass der Waldbrand inzwischen eine Fläche von 2.700 Hektar erfasst habe. Das entspricht fast 3.800 Fußballfeldern.
Lage im Hürtgenwald hat sich entspannt
Etwas Entlastung gibt es unterdessen im nur rund 20 Kilometer entfernten Hürtgenwald in der Eifel. Dort hatte der Kreis Düren am Abend erklärt, die Lage habe sich deutlich entspannt. Die Bewohner des Ortsteils Gey durften in der Nacht zu Samstag, 15. August, in ihre Häuser zurückkehren. Zuvor waren sie vorsorglich in Sicherheit gebracht worden, nachdem sich die Flammen bis auf 250 Meter an Grundstücke genähert hatten.
Ganz beendet ist der Einsatz dort aber nicht. Nach Angaben des Kreises müssen weiterhin zahlreiche Glutnester bekämpft werden. Ergiebiger Regen, der die Löscharbeiten deutlich erleichtern könnte, wird nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes in den kommenden Tagen nicht erwartet. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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