Viertes Todesopfer nach Fabrikunglück in Runkel

Der schwere Arbeitsunfall in Runkel hat ein viertes Todesopfer gefordert. (Foto Archiv) | Foto: Sascha Ditscher/dpa
  • Der schwere Arbeitsunfall in Runkel hat ein viertes Todesopfer gefordert. (Foto Archiv)
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Runkel. Nach dem schweren Arbeitsunfall in einer Lederfabrik ist die Zahl der Todesopfer weiter gestiegen. In Runkel im Landkreis Limburg Weilburg starb ein 35 Jahre alter Mann im Krankenhaus an seinen Verletzungen.

Der Mitarbeiter war nach dem Unglück am Donnerstag, 16. April, mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik gebracht worden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft Limburg mitteilten, erlag er dort später seinen Verletzungen. Die Ermittlungen zur Ursache des Unglücks laufen weiter.

Bereits zuvor waren drei Beschäftigte im Alter von 38, 58 und 59 Jahren tot in einer Auffanggrube der Lederfabrik gefunden worden. Zwei Männer konnten zunächst noch lebend gerettet werden. Einer von ihnen war der nun verstorbene 35-Jährige. Der zweite Verletzte arbeitet für eine Rohrreinigungsfirma aus dem rheinland pfälzischen Montabaur.

In dem Betrieb sollen neben dem Inhaber nur sechs Beschäftigte arbeiten.

Kohlenmonoxid als mögliche Ursache

Nach ersten Erkenntnissen gehen die Behörden davon aus, dass sich in der Grube Kohlenmonoxid gebildet hatte. Vermutlich stiegen mehrere Mitarbeiter nacheinander in den Schacht und wurden dort bewusstlos.

Warum sich die Männer in der Grube aufhielten und wie genau es zu dem Unglück kam, ist weiterhin unklar. Drei der Opfer wurden am Dienstagabend, 21. April, rechtsmedizinisch untersucht. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Große Betroffenheit in der Stadt

Das Unglück erschütterte die rund 9500 Einwohner zählende Stadt. Am Freitagabend, 17. April, kamen zahlreiche Menschen zu einem Trauergottesdienst zusammen, um der Toten und Verletzten zu gedenken.

Auch politisch wird der Vorfall aufgearbeitet. Vertreter des hessischen Arbeitsministeriums wollen mit Bürgermeisterin Antje Hachmann über Unterstützung für die Betroffenen sprechen und mögliche Konsequenzen für den Arbeitsschutz erörtern.

Einsatzkräfte vorsorglich untersucht

Da in dem Betrieb mit verschiedenen Chemikalien gearbeitet wird, mussten Einsatzkräfte nach dem Rettungseinsatz dekontaminiert und medizinisch untersucht werden. Betroffen waren nach Angaben der Behörden rund 45 bis 50 Helfer.

Spendenaktion für Familien der Opfer

Nach dem Unglück meldeten sich zahlreiche Menschen bei der Stadtverwaltung und boten Hilfe an. Die Stadt Runkel sammelt nun Spenden für die Angehörigen der Opfer und für beteiligte Rettungskräfte.

  • Unterstützt werden Familien der Verstorbenen
  • Auch Rettungskräfte sollen Hilfe erhalten
  • Spenden werden über ein Konto der Stadt Runkel gesammelt

Die große Hilfsbereitschaft zeigt, wie stark das Ereignis die Region bewegt. dpa/red

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Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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