Tödlicher Notaufstieg im Bodensee: Warum 80 Meter kritisch sind
- Zwei Taucher sind in Überlingen ums Leben gekommen. (Symbolfoto)
- Foto: Silas Stein/dpa
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Bodensee. Nach dem tödlichen Notaufstieg von zwei Tauchern wird am Bodensee deutlich, wie riskant Tauchgänge in rund 80 Metern Tiefe sind. Eine 46 Jahre alte Frau und ihr 64 Jahre alter Begleiter starben am Sonntag, 4. August, nachdem sie an dem beliebten Tauchplatz „Tennisplätze“ aus großer Tiefe aufgestiegen waren.
Die Frau verlor kurz nach dem Auftauchen an der Wasseroberfläche das Bewusstsein. Der Mann war nach Polizeiangaben bereits beim Auftauchen bewusstlos. Jede Hilfe kam zu spät. Ob und wann die Leichen obduziert werden, war zunächst unklar. Die Polizei ermittelt und prüft auch, welche Ausrüstung die beiden bei dem Tauchgang nutzten.
Warum ein Notaufstieg so gefährlich ist
Ein Notaufstieg ist nach Angaben von Tauchexperten die letzte Möglichkeit in einer akuten Lage unter Wasser. Gerade in großen Tiefen müssen beim Aufstieg bestimmte Ebenen eingehalten werden. Hinzu kommen teils lange Dekompressionsstopps. Erfolgt der Aufstieg direkt oder unkontrolliert, drohen schwerste Dekompressionsschäden, eine Gasembolie, Bewusstlosigkeit oder der Tod.
Tauchgänge in dieser Tiefe zählen Fachleuten zufolge zum technischen Tauchen. Dafür sind in der Regel besondere Ausbildung, viel Erfahrung, passende Ausrüstung und hohe Konzentration nötig. Eine übliche Sporttauchausrüstung reicht dafür nicht aus.
Welche Ausrüstung in großen Tiefen nötig ist
Nach Angaben des Tauchteams Bodensee gehören bei solchen Tauchgängen mehrere voneinander unabhängige Atemgasvorräte zur Grundausstattung.
- zusätzliche Flaschen mit Gasen für Aufstieg und Dekompression
- mehrere Tauchcomputer
- ein schriftlicher Notfallplan am Handgelenk
- Hauptlampe und Ersatzlampen
- eine Oberflächenboje
Die gesamte Ausrüstung wiegt demnach rund 50 Kilogramm. Im Wasser falle das Gewicht zwar weniger auf, könne aber die Beweglichkeit einschränken. Fachleute betonen zudem, dass technisches Tauchen nicht nur über die Tiefe definiert wird. Entscheidend ist auch, ob ein direkter Aufstieg nicht mehr möglich ist, verpflichtende Dekompressionsstopps nötig werden und mehrere Atemgase zum Einsatz kommen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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