Stromausfall nach Brand in Reutlingen: Tausende weiter ohne Netz
- Die Polizei ermittelt zur Brandursache.
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Reutlingen. Tausende Haushalte sind nach einem Brand in einem Umspannwerk weiterhin ohne Strom. Besonders betroffen sind Teile der Stadt Reutlingen sowie umliegende Gemeinden.
Nach Angaben des Netzbetreibers begann die Störung gegen 1.37 Uhr im Umspannwerk Reutlingen West. Kurz darauf fiel die Anlage komplett aus. Zwei Minuten später erhielt die Feuerwehr den Hinweis auf einen Brand. Vor Ort standen zwei Transformatoren in Flammen. Rund 200 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Gegen 2.15 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Um 3.30 Uhr meldete die Feuerwehr den Brand als gelöscht.
Tausende Haushalte betroffen
In der Spitze waren etwa 20000 Haushalte ohne Strom. Auch Stunden nach dem Brand waren noch rund 7600 Haushalte oder etwa 30000 Menschen nicht wieder am Netz. Seit etwa 6 Uhr wird die Reutlinger Kernstadt wieder mit Strom versorgt.
Am Nachmittag konnten laut Stadt weitere Privathaushalte in Betzingen und Ohmenhausen angeschlossen werden. Weiter ohne Strom sind unter anderem das Industriegebiet Mark West sowie die Gemeinden Kirchentellinsfurt und Wannweil.
Wichtig sei zunächst, möglichst viele Menschen wieder mit Strom zu versorgen. Auch provisorische Lösungen würden geprüft, erklärte ein Sprecher der Stadtwerke.
Notfalltreffpunkt für Betroffene
Die Behörden gehen davon aus, dass einige Haushalte noch länger ohne Strom bleiben könnten. Für die Nacht wurde deshalb ein Notfalltreffpunkt eingerichtet. Dort können Betroffene etwa Mobiltelefone laden oder Babynahrung erwärmen.
Auch das Reutlinger Kreisklinikum war betroffen. Die Notstromaggregate sprangen jedoch sofort an. Zehn Operationen mussten dennoch verschoben werden.
Ermittlungen zur Ursache laufen
Der Netzbetreiber entdeckte nach eigenen Angaben drei Brandstellen. Außerdem wurden Schäden am Zaun und am Gelände der Anlage festgestellt. Hinweise auf eine mögliche Brandstiftung werden geprüft.
Die Polizei ermittelt derzeit in alle Richtungen. Möglich seien sowohl ein technischer Defekt als auch fahrlässige oder vorsätzliche Brandlegung. Ein Bekennerschreiben liegt bislang nicht vor. Auch der baden württembergische Verfassungsschutz hat nach eigenen Angaben derzeit keine weiterführenden Erkenntnisse.
Aus Sicherheitskreisen heißt es jedoch, dass eine gezielte Tat nicht ausgeschlossen werde. Offizielle Bestätigungen dafür gibt es bisher nicht.
Reparatur kann noch dauern
Wann die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt ist, bleibt offen. Eine verlässliche Prognose gebe es derzeit nicht, teilte die Stadt mit. Nach Einschätzung des Netzbetreibers könnte es bis zu 48 Stunden dauern, bis alle Haushalte wieder regulär versorgt sind.
Der entstandene Schaden wird nach Informationen der Deutschen Presse Agentur auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Eine offizielle Summe liegt bisher nicht vor. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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