Festnahmen in Hessen: Goldankauf-Masche trifft ältere Menschen
- Die Opfer sollen vor allem ältere Menschen sein. (Symbolbild)
- Foto: Marcus Brandt/dpa
- hochgeladen von dpa content
Frankfurt. Beim Verkauf von Gold, Münzen oder Antiquitäten ist besondere Vorsicht geboten: Die Polizei hat fünf Verdächtige festgenommen, die ältere Menschen um Wertgegenstände gebracht haben sollen.
Die vier Männer und eine Frau im Alter von 20 bis 40 Jahren wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt per Haftbefehl gesucht. Der vorläufig berechnete Schaden liegt bei mehr als 735.000 Euro. Bei Durchsuchungen von sieben Objekten in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen stellten Ermittler 123.000 Euro Bargeld und mehrere Goldbarren sicher.
Verdacht auf gewerbsmäßigen Bandenbetrug
Die Beschuldigten sitzen in Untersuchungshaft. Ihnen wird gewerbsmäßiger Bandenbetrug in mehreren Fällen vorgeworfen. Nach bisherigen Erkenntnissen soll es sich um eine Gruppierung handeln, die überwiegend aus Familienangehörigen besteht und arbeitsteilig vorging.
Laut Staatsanwaltschaft sollen die Verdächtigen über Werbeprospekte in Tageszeitungen und Briefkästen den Ankauf von Goldschmuck, Edelmetallen, Münzen und Antiquitäten angeboten haben. Ein im Handelsregister eingetragenes Juwelierunternehmen mit mehreren Niederlassungen soll als Fassade gedient haben, um Vertrauen zu gewinnen. Wer sich meldete, soll anschließend zu Hause besucht worden sein.
Betroffen waren den Angaben zufolge vor allem hochbetagte, alleinstehende oder finanziell bedrängte Menschen. Bei den Besuchen sollen Schmuckstücke, Sammlermünzen und Antiquitäten ausgehändigt worden sein. Die versprochenen Zahlungen sollen die Beschuldigten nach Einschätzung der Ermittler von Anfang an nicht leisten wollen.
Polizei sucht weitere mögliche Opfer
Auf Nachfragen sollen die Opfer über Wochen vertröstet worden sein. In mehreren Fällen sollen Beschuldigte zudem als falsche Polizeibeamte aufgetreten sein und Betroffene zu weiteren Zahlungen gebracht haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es weitere bislang unbekannte Opfer gibt.
Beim Verkauf wertvoller Gegenstände sind deshalb einige Punkte besonders wichtig:
- Keine Wertgegenstände ohne sofortige und nachvollziehbare Zahlung herausgeben
- Firmenangaben, Anschrift und Handelsregistereintrag unabhängig prüfen
- Bei Druck, Vertröstungen oder angeblichen Polizeikontakten die echte Polizei über die bekannte Dienststellennummer informieren
Betroffene sollen sich bei der Polizei melden. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |