Drei Tote nach Arbeitsunfall in Runkel: Ermittler prüfen Grube

Nach dem folgenschweren Arbeitsunfall mit drei Toten und zwei lebensgefährlich Verletzten bleibt die Lederfabrik geschlossen.  | Foto: Sascha Ditscher/dpa
  • Nach dem folgenschweren Arbeitsunfall mit drei Toten und zwei lebensgefährlich Verletzten bleibt die Lederfabrik geschlossen.
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Runkel. Nach dem tödlichen Arbeitsunfall in einer Lederfabrik laufen in der Kleinstadt Runkel im Kreis Limburg Weilburg umfangreiche Ermittlungen. Drei Arbeiter kamen ums Leben. Zwei weitere Menschen schweben weiterhin in Lebensgefahr.

Der Unfall ereignete sich am Donnerstag, 16. April, am Nachmittag in einer Lederfabrik und Pelzgerberei. Nach Angaben der Behörden wurden drei Männer im Alter von 38, 58 und 59 Jahren tot aus einer Grube geborgen. Zwei weitere Personen wurden schwer verletzt und befinden sich weiterhin in kritischem Zustand.

Behörden vermuten Kohlenmonoxidvergiftung

Nach Angaben von Hessens Innenminister Roman Poseck gehen die Behörden derzeit davon aus, dass sich in der Grube Kohlenmonoxid gebildet hat. Das Gas könnte zu einer Vergiftung der Arbeiter geführt haben. Die genaue Ursache wird noch untersucht.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie es zu der Verkettung der Ereignisse kam und wer den betroffenen Schacht zuerst betreten hat. In der Grube befanden sich Chemikalien, die nun von Experten geprüft werden.

Auch das Regierungspräsidium Gießen ist eingebunden. Ein Spezialist aus dem für Arbeitsschutz zuständigen Dezernat verschaffte sich am Freitag, 17. April, vor Ort einen Überblick über die Lage. Die Behörde arbeitet eng mit Polizei und weiteren Stellen zusammen.

Feuerwehr sperrt Gelände vorsorglich ab

Am Freitag kam es erneut zu einem Einsatz der Feuerwehr. Bei den Ermittlungsarbeiten wurde ein unbekannter Geruch festgestellt. Die Herkunft konnte zunächst nicht bestimmt werden.

Die Feuerwehr sperrte das Gelände vorsorglich großräumig ab. Eine Messkomponente des Landkreises Limburg Weilburg überprüfte die Luft auf mögliche Schadstoffe. Nach bisherigen Angaben wurde niemand beeinträchtigt. Der Einsatz gilt als reine Vorsichtsmaßnahme.

Stadt organisiert Trauergottesdienst

Das Unglück hat die rund 9500 Einwohner zählende Stadt tief erschüttert. Am Freitag, 17. April, findet von 18 Uhr bis 20 Uhr ein ökumenischer Trauergottesdienst statt.

Ab 19 Uhr sollen in Runkel und im Stadtteil Schadeck die Kirchenglocken läuten. Die Stadt hat zudem Trauerbeflaggung angeordnet. Angehörige, Freunde und viele Einwohner trauern um die Opfer des Unglücks. dpa/red

Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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