Anklage in Kaiserslautern: Millionenbetrug mit Scheintransporten
- 2021 hatten Einsatzkräfte etwa 20 Geschäfts- und Privaträume in Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Hessen und in Nordrhein-Westfalen durchsucht. (Symbolbild)
- Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
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Kaiserslautern. Für Verbraucher sind aus dem Verfahren keine unmittelbaren Folgen bekannt. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern hat jedoch Anklage wegen eines mutmaßlichen Millionenbetrugs im Getränkegeschäft erhoben. Betroffen sind zwei frühere Mitarbeiter eines Getränkekonzerns sowie ein Unternehmer aus Hessen.
Den drei Beschuldigten wird gewerbs- und bandenmäßiger Betrug vorgeworfen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die beiden früheren Mitarbeiter von 2014 bis 2021 einen Schaden von mehr als vier Millionen Euro verursacht haben. Dem Unternehmer aus Hessen wird ein Schaden von rund einer Million Euro angelastet.
Fingierte Aufträge und Scheinrechnungen
Im Mittelpunkt der Anklage stehen Transporte, die weder beauftragt noch ausgeführt worden sein sollen. Ein Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen soll dafür zwischen 2016 und 2021 mehr als 600.000 Euro erhalten haben. Über Scheinrechnungen für Beratungen und weitere Leistungen soll Geld an Beteiligte zurückgeflossen sein.
Auch Lieferungen leerer Pfandflaschen sollen erfunden worden sein. Der dadurch entstandene Schaden soll sich von 2015 bis 2021 auf mehr als 400.000 Euro belaufen.
Ermittlungen begannen mit Razzia
Der Unternehmer aus Hessen macht nach Angaben der Staatsanwaltschaft von seinem Schweigerecht Gebrauch. Die beiden damaligen Konzernmitarbeiter haben sich zur Sache geäußert.
Die Ermittlungen hatten 2021 mit Durchsuchungen von rund 20 Geschäfts- und Privaträumen in vier Bundesländern begonnen. In einem verbundenen Komplex sollen ein Unternehmer aus dem Saarland und ein Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen nicht stattgefundene Transporte abgerechnet haben. Gegen beide wurden bereits Bewährungsstrafen verhängt. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |