Angriff auf Klinik-Dienstleister: Welche Patientendaten jetzt betroffen sind
- Ein Cyberangriff auf Daten von Patienten beschäftigt Universitätskliniken im Südwesten. (Symbolfoto)
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Baden Württemberg. Ein Cyberangriff auf einen externen Abrechnungsdienst betrifft zehntausende Patientinnen und Patienten von Uni Kliniken im Südwesten. Nach Angaben der betroffenen Häuser wurden mehr als 72.000 Datensätze gestohlen.
Betroffen sind die Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen. Die Kliniken informierten darüber am Donnerstag, 21. Mai. Angegriffen wurde jedoch nicht direkt die Klinik IT, sondern der externe Dienstleister Unimed aus Frankfurt, der Abrechnungen für Privatpatienten und Selbstzahler übernimmt.
Das Unternehmen teilte mit, man nehme den Vorfall sehr ernst. Kurz nach der Attacke Mitte April sei der Abrechnungsservice wieder vollständig arbeitsfähig gewesen. Ob es einen Erpressungsversuch der Angreifer gab, ließ ein Sprecher offen.
Angriff wohl nur teilweise erfolgreich
Nach Angaben des Unternehmens wollten die Angreifer offenbar das gesamte System verschlüsseln. Dieses Ziel wurde demnach nicht erreicht. Dennoch konnten Daten abgegriffen werden, bevor die Attacke gestoppt wurde.
Nach bisherigem Stand betrifft der Vorfall ausschließlich Privatpatienten und Menschen, die Leistungen selbst bezahlen.
Besonders viele Daten aus Freiburg
Am stärksten betroffen ist die Universitätsklinik Freiburg. Dort wurden Stammdaten von rund 54.000 Personen entwendet. Dazu gehören Name, Geburtsdatum und Adresse.
In etwa 900 Fällen wurden zusätzlich Rechnungsdaten gestohlen. Diese können auch Hinweise auf Diagnosen oder Behandlungen enthalten.
Weitere bekannte Zahlen:
- Heidelberg: rund 11.000 Datensätze
- Ulm und Tübingen: deutlich weniger Fälle
Unimed rechnet bundesweit für zahlreiche Kliniken Leistungen für Privatpatienten ab. Ob auch weitere Krankenhäuser in Deutschland vom Datenabfluss betroffen sind, kommentierte das Unternehmen nicht.
Die betroffenen Kliniken prüfen derzeit die möglichen Folgen des Angriffs und informieren Patientinnen und Patienten über das weitere Vorgehen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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