„Wenig, aber wunderbar“: Deutscher Spitzenwein trotzt Kosten und Krise

Die Prädikatsweingüter verkaufen drei Viertel ihrer Weine im Inland. (Archivbild) | Foto: Peter Zschunke/dpa
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Rheinland-Pfalz. Für Weintrinker hochwertiger deutscher Weine bleiben die Preise vieler Prädikatsweingüter vorerst stabil. Trotz deutlich gestiegener Produktionskosten kostete ein VDP-Gutswein im Jahr 2025 im Durchschnitt 11,50 Euro pro Flasche. Das teilte der Verband Deutscher Prädikatsweingüter in Mainz mit.

Der Gutswein macht rund zwei Drittel der VDP-Produktion aus und blieb damit preislich unverändert zum Vorjahr. Deutlich teurer sind die Spitzenweine aus "Großer Lage". Sie kosteten im Schnitt 42 Euro pro Flasche und damit zwei Euro mehr als zuvor. Allerdings machen diese Weine nur etwa fünf Prozent des Angebots aus.

Zum Vergleich nennt der Verband einen deutlich niedrigeren Durchschnittspreis für deutschen Wein insgesamt. Eine 0,75 Liter Flasche kostet im Schnitt 3,35 Euro.

Absatz sinkt leicht durch Frost und Konsumzurückhaltung

Die 199 VDP-Weingüter verkauften im vergangenen Jahr rund 33,5 Millionen Flaschen. Das waren etwa 2,2 Millionen weniger als zuvor. Als Gründe nennt der Verband eine zurückhaltende Nachfrage sowie Frostschäden in den Weinbergen.

Der Umsatz sank auf rund 426 Millionen Euro. Pro Betrieb entspricht das im Schnitt etwa 2,1 Millionen Euro. Gleichzeitig steigen Aufwand und Kosten im Verkauf. Viele Betriebe setzen daher stärker auf direkten Kontakt mit Kunden. Dazu gehören Reisen, Veranstaltungen, Verkostungen und neue Verkaufsformate.

Rund drei Viertel des Umsatzes erzielen die Prädikatsweingüter weiterhin im Inland. Der Verkauf direkt ab Hof bleibt mit etwa einem Drittel stabil. Gleichzeitig wächst der digitale Direktvertrieb. Online werden inzwischen rund zwölf Prozent der Weine verkauft.

Neue Exportchancen in Osteuropa und Südamerika

Wichtigster Exportmarkt für VDP-Weine ist Skandinavien. Danach folgen die USA, Großbritannien und die Schweiz. Neue Wachstumschancen sieht der Verband vor allem in Osteuropa, Indien und Südamerika. Rückenwind könnte dabei auch das geplante EU Mercosur Freihandelsabkommen geben.

Befürchtungen über mögliche neue US Zölle hätten zuletzt für Unsicherheit gesorgt. Nach Angaben des Verbandes ist Wein bislang jedoch größtenteils nicht betroffen.

Jahrgang 2025 mit kleiner Menge und hoher Qualität

Am Sonntag, 26. April, und Montag, 27. April, werden rund 3500 Fachbesucher zur VDP Weinbörse in Mainz erwartet. Etwa ein Fünftel reist aus dem Ausland an.

VDP Präsident Steffen Christmann bezeichnete den Jahrgang 2025 als außergewöhnlich. Die Traubenqualität sei hervorragend gewesen. Seine Bilanz lautet: „Wenig, aber wunderbar.“ Mehr als 40 Prozent der Rebflächen der Mitgliedsbetriebe werden inzwischen ökologisch bewirtschaftet. Etwa jeder zehnte Betrieb arbeitet biodynamisch. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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