Terra X: Wie „Vergessenes Wissen“ Nachhaltigkeit neu erklärt

Terra X: Vergessenes Wissen. | Foto: ZDF, Foto: ZDF/Jürgen Heck

Terra X. Nachhaltigkeit klingt oft nach Verzicht, dabei steckt in vielen alten Tricks schlicht Alltagserfahrung. „Terra X: Vergessenes Wissen“ zeigt in zwei Teilen, was sich aus früheren Jahrhunderten wieder in die Gegenwart holen lässt.

Beide Folgen stehen im ZDF-Streaming-Portal zehn Jahre lang bereit und laufen am 19. April und am 26. April um 19.30 Uhr im ZDF.

Vom Heilkraut bis zur Alge: Wissen, das plötzlich wieder passt

Im ersten Teil „Die Schätze der Natur“ geht es um Ideen, die ohne Hightech entstanden, aber heute wieder gefragt sind. Am Institut für Tropenmedizin in Hamburg sucht ein Team nach vergessenen Wirkstoffen aus Pflanzen, unter anderem mit Blick auf Mittel gegen Antibiotikaresistenzen. Auch gegen Plastikmüll taucht eine alte Lösung wieder auf: In Indien nutzt man den Bananenbaum und seine Blätter erneut als Verpackungen und Geschirr. Und auf den Lofoten erntet eine Fischerstochter Algen, um der Überfischung entgegenzuwirken.

Terra X: Vergessenes Wissen: Bauen, Kreisläufe, Feuer mit Plan

Teil zwei, „Das Erbe der Ahnen“, sammelt Beispiele für klimaangepasstes Bauen und Wohnen, etwa mit Himmelbetten, Schilfdächern oder Lehmwänden. Im Süden Spaniens sucht eine Architektin nach dem Wissen ihrer Vorfahren, studiert die Alhambra und jahrhundertealte Höhlenhäuser und verbindet alte Prinzipien mit dem Blick nach vorn.

Die Folge reist außerdem nach Japan und zeigt Kreislaufwirtschaft im 17. Jahrhundert, als eine Zero-Waste-Gesellschaft über ein Jahrhundert lang alles re- oder upcycelte: Aus Baumwollfetzen wurden Kimonos, aus Reisstroh Sandalen. Dazu kommen ressourcenschonende Regeln für die Fischerei am Bodensee, belegt durch Gesetzestexte aus der Klosterbibliothek von St. Gallen aus dem 16. Jahrhundert.

Indigene in Kanada arbeiten daran, ihre „cultural burns“ in modernes Landmanagement zu integrieren: Im Herbst legen sie gezielt kleine Brände, reduzieren Unterholz als Zündstoff für große Feuer, und auch die Artenvielfalt profitiert von dieser Methode. [red]

Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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