Sparplan in Stuttgart: SPD will Oper auf Tour schicken
- Das Opernhaus in Stuttgart ist stark sanierungsbedürftig. Wie genau die Sanierung aber ablaufen soll, ist strittig. (Archivbild)
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Stuttgart. Für Opern- und Ballettbesucher in Baden-Württemberg könnte die Sanierung der Stuttgarter Oper deutlich anders laufen als bisher geplant. Die SPD-Fraktion im Landtag schlägt vor, während der Bauzeit auf ein teures Ausweichgebäude zu verzichten und die Ensembles stattdessen auf Tour durch das Land zu schicken.
Nach den Vorstellungen der SPD sollen Oper und Ballett in der Sanierungszeit auf mehreren Bühnen in Baden-Württemberg auftreten. Fraktionschef Sascha Binder sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Künstlerinnen und Künstler sollten auf eine große Tour durch das Land gehen, um zahlreiche Spielstätten zu bespielen.
SPD sieht Einsparpotenzial bei der Opernsanierung
Die Fraktion verspricht sich davon mehrere Vorteile. Zum einen könnten auch Menschen außerhalb Stuttgarts Aufführungen der Staatsoper und des Balletts erleben. Zum anderen könnten durch die Zusammenarbeit mit anderen Häusern neue künstlerische Impulse entstehen.
Konkret will die SPD den Bau eines geplanten Interimsgebäudes komplett streichen. Dieses Gebäude ist bislang als Ausweichquartier für Oper und Ballett vorgesehen, während die eigentliche Spielstätte saniert wird.
Littmann-Bau ist stark sanierungsbedürftig
Unumstritten ist, dass der Littmann-Bau dringend saniert werden muss. Das 1911 eröffnete Opernhaus neben dem Landtag gilt als stark renovierungsbedürftig. Land und Stadt Stuttgart hatten zuletzt angekündigt, die Pläne für das Interimsgebäude deutlich zu verkleinern. Die Kosten sollen damit auf höchstens 289 Millionen Euro gedrückt werden.
Eine offizielle aktuelle Gesamtschätzung für die Sanierung gibt es nicht. Im Jahr 2019 war von rund einer Milliarde Euro die Rede. Binder rechnet eher mit zwei Milliarden Euro. Aus Sicht der SPD ist das angesichts schwächerer Steuereinnahmen und des Arbeitsplatzabbaus in der Industrie nicht mehr vertretbar.
Die Fraktion fordert deshalb, den Littmann-Bau ohne Interim und ohne Kreuzbühne im Bestand und bei laufendem Betrieb zu sanieren. Zur Begründung verweist sie darauf, dass auch andere Landesgebäude während des laufenden Betriebs modernisiert würden, etwa Polizeireviere. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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