Kriegstüchtig? 70 Jahre Bundeswehr: Was die Doku heute fragt
- Kriegstüchtig? 70 Jahre Bundeswehr: Die ZDF-Dokumentation ordnet 70 Jahre Armee-Geschichte und die aktuelle Debatte um Personal und Wehrpflicht ein.
- Foto: ZDF, Foto: Ina Fassbender
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Kriegstüchtig? 70 Jahre Bundeswehr. Wie einsatzbereit war die Bundeswehr seit ihrer Gründung, und wie steht sie im Jahr 2026 da? Genau diesen Bogen spannt die 90-minütige Dokumentation von Regisseur Jörg Müllner, die ab sofort im ZDF-Streaming-Portal läuft.
Im linearen Fernsehen zeigt das ZDF den Film am 21. Mai um 22.15 Uhr. Untertitel bietet die Sendung ebenfalls.
Kriegstüchtig? 70 Jahre Bundeswehr: Die wichtigsten Stationen
Der Film blickt zurück bis zur Gründung am 12. November 1955 und zur Einführung der Wehrpflicht 1956 in der Bundesrepublik Deutschland. Erzählt wird die Geschichte bis in die Gegenwart, auch über Lebenswege und Erlebnisse von aktiven und ehemaligen Soldatinnen und Soldaten. Dazu kommen Einordnungen von Historikern, Sicherheits- und Militärexpertinnen und -experten. Auch die Rolle der Bundeswehr in NATO-Strukturen und der Auftrag von Bündnis- und Landesverteidigung gehören zum Blick auf 70 Jahre.
Umfrage: Mehr Personal, mehr Geld, aber Streit um die Wehrpflicht
Seit der Zeitenwende, ausgelöst durch Russlands Überfall auf die Ukraine, richtet sich der Fokus stärker auf die Einsatzfähigkeit der Truppe. Eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, die das ZDF anlässlich der Sendung in Auftrag gab, sieht eine große Mehrheit für eine personelle Aufstockung, nur neun Prozent sprechen sich dagegen aus.
Annähernd zwei Drittel der Befragten stimmen außerdem einer Erhöhung der Rüstungsausgaben zu, auch wenn dafür Einsparungen in anderen Bereichen nötig wären. Beim Thema Wehrpflicht bejaht eine Mehrheit Freiwilligkeit, ein Drittel würde schon derzeit eine Wehrpflicht befürworten, bei den unter 35-Jährigen sind es 18 Prozent.
NATO, Auslandseinsätze und neue Fragen seit 2022
Die Dokumentation erinnert auch an gesellschaftliche Spannungen in den 1980er-Jahren rund um die atomare Nachrüstung im Kontext des NATO-Doppelbeschlusses. Nach der Wiedervereinigung integrierte die Bundeswehr Teile der Nationalen Volksarmee, später prägten vor allem Auslandseinsätze den erweiterten Auftrag.
Der längste Einsatz dauerte 20 Jahre und erwies sich als Misserfolg: In Afghanistan erlebten viele deutsche Soldatinnen und Soldaten den militärischen Einsatz auch als Krieg mit Toten und Verwundeten. Für die Bundeswehr des Jahres 2026 stellt sich zudem die Frage, ob auf den Beistand der USA im Konfliktfall noch Verlass wäre. [red]
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |