Hits, Herz, Heimat: Warum Schlager für viele mehr als Kitsch ist
- Hits, Herz, Heimat – Kitsch und Kult.
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Hits, Herz, Heimat – Kitsch und Kult. Schlager wird oft belächelt, aber er füllt Stadien, taucht in TikTok- und Instagram-Feeds auf und liefert für viele den Soundtrack für eine gute Zeit. Die 3sat-Doku „Hits, Herz, Heimat – Kitsch und Kult“ fragt, woher die Sehnsucht nach der heilen Welt kommt.
Constanze Grießler erzählt darin die Kulturgeschichte des Schlagers, von der Operette über den „Musikantenstadl“ bis zum Eurovision Song Contest. 3sat zeigt den Film am 25. April um 20.15 Uhr in Erstausstrahlung, danach liegt er für drei Monate in der 3satMediathek unter 3sat.de .
Hits, Herz, Heimat – Kitsch und Kult: Darum geht es in der Doku
Im Film kommt unter anderem Schlager-Anarchist und ESC-Insider Guildo Horn zu Wort, der das Genre einordnet. „Die Schlagermusik ist eine der schönsten Drogen der Jetzt-Zeit“, sagt er. Im Interview blickt Horn auch auf seinen Auftritt beim Eurovision Song Contest 1998 in Birmingham zurück. Dabei dekonstruiert der diplomierte Pädagoge sein Schlagersänger-Image und spannt den Bogen von seinen Anfängen in Kölner Clubs bis hin zu Rollen in Musical und Operette.
Kitsch, Kult und Bühne, wenn Schlager überzeichnet wird
Einen anderen Zugang zeigen die Geschwister Pfister: Auf der Bühne überzeichnen sie Schlager und spielen mit der Idee, dass man Kitsch gleichzeitig parodieren und verehren kann. Die Berliner Kulttruppe steht dabei für eine „neue Offenheit“ des Genres. Gemeint ist eine Rückkehr zu Frivolität und Doppeldeutigkeit, die den Schlager vor seiner „Säuberung“ in der Nachkriegszeit geprägt haben soll. Ihre Revue „Servus Peter – Oh là là Mireille“ ist längst Kult.
ESC, Subversion und ein Safe Space
Im Queer Museum Wien spricht das Filmteam außerdem mit Alkis Vlassakakis und Marco Schreuder, Hosts von „Merci, Chéri – Der Eurovision Podcast“ und Kuratoren der Ausstellung „United by Queerness“. Sie zeigen eine subversive Seite der Schlager- und ESC-Geschichte und beleuchten Schlager als „Safe Space“ für die LGBTQ+-Community. [red]
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |