Erneut werden hunderte Hunde und Katzen entlaufen
Der Countdown läuft - die gefährlichste Nacht des Jahres steht an

Angst und Panik begleiten viele Vierbeiner durch die Silvesternacht.

Silvester. Die ersten Vorboten werden bald zu hören sein: Mit dem Beginn des Feuerwerksverkaufs am Samstag beginnt für viele Hunde und Katzen die schlimmste Zeit des Jahres. Leider nicht erst am 31. Dezember werden vielerorts Knaller und Böller gezündet, die die Tiere in Panik versetzen und dafür sorgen, dass an Silvester und Neujahr so viele Tiere entlaufen, wie an keinem anderen Tag im Jahr. Im Vorjahr waren es mindestens 630 Hunde und Katzen, die an diesen Tagen ihren Haltern entlaufen sind. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes kostenloses Haustierregister betreibt, wird auch zu diesem Jahreswechsel allen zur Seite stehen, die ihr Tier vermissen, hofft jedoch, dass die Zahlen der vermissten Tiere geringer ausfallen werden.

Damit das klappt, sind natürlich in erster Linie die Tierhalter gefragt: Katzen sollten am besten frühzeitig in der Wohnung behalten werden. Hunde gehören nun während des Spaziergangs an die Leine, gegebenenfalls auch doppelt gesichert. Sogar wenn die Vierbeiner bislang gelassen mit dem Feuerwerk umgegangen sind, ein überraschender Böller in einer ungünstigen Situation reicht nicht nur aus, um das Tier zukünftig in Angst vor lauten Knallgeräuschen zu versetzen, sondern kann im schlimmsten Fall auch zum panischen Entlaufen führen. „Daher warnen wir Tierhalter immer davor, ihre Hunde in den letzten Tagen des Jahres noch freilaufen zu lassen. Vor allem bei ängstlichen Tieren ist jetzt oft sogar ein Sicherheitsgeschirr vonnöten“, sagt TASSO-Leiter Philip McCreight. Auch dass Tiere direkt während des Jahreswechsels Reißaus nehmen, geschieht recht häufig. Wenn ihre Halter zum Beispiel in den Garten oder auf die Straße vor dem Haus gehen, um das neue Jahr zu begrüßen, entwischen Hunde und Katzen schnell mal durch offen stehende Türen oder Fenster. Vor allem Besucher achten oft nicht darauf, alle Türen zu schließen.

„Wer das neue Jahr unbedingt mit Feuerwerk und Böllern begrüßen möchte, sollte sich damit wirklich auf den Jahreswechsel beschränken“, bittet Philip McCreight. So wird verhindert, dass Hunde und Katzen schon Tage vorher in Panik und Angst geraten.
Am letzten Tag des Jahres 2018 und am ersten Tag in 2019 wurden allein laut TASSO-Statistik mehr als 630 Tiere vermisst. Auffällig ist vor allem die Zahl der entlaufenen Hunde: Sind das am Tag sonst durchschnittlich etwa 100 Fälle, wurden an den beiden letzten Tagen des Jahreswechsels mindestens 416 Hunde von ihren Familien getrennt.

Die Mitarbeiter der TASSO-Notrufzentrale sind auch in der letzten Nacht des Jahres für Tierhalter da. Die Besetzung wird im Vergleich zu den anderen Nächten kräftig aufgestockt, sodass immer ein Ansprechpartner erreichbar ist.

Für die Tage rund um den Jahreswechsel rät TASSO Tierhaltern:

  • Lassen Sie Ihre Freigängerkatzen im Haus
  • Sichern Sie Ihren Hund bei jedem noch so kleinen Spaziergang gut ab
  • Versuchen Sie am Silvestertag rechtzeitig mit Ihrem Hund die letzte Gassirunde zu gehen, bevor überall ausgelassen geknallt wird
  • Richten Sie Rückzugsmöglichkeiten in der Wohnung ein und versuchen Sie durch heruntergelassene Rollos und mit Hilfe des laufenden Fernsehers oder Radios den Lärm auszusperren
  • Seien Sie bei Ihrem Tier und stehen Sie ihm bei, wenn es Angst hat
  • Leidet Ihr Tier auch gesundheitlich stark unter dem Krach des Jahreswechsels, halten Sie frühzeitig Rücksprache mit Ihrem Tierarzt
  • Verzichten Sie an Silvester selbst auf das Zünden von Raketen und Böllern und gehen Sie mit gutem Beispiel voran 
  • Viele Hundehalter verlassen in den heißen Stunden rund um Jahreswechsel auch die Wohngebiete und fahren mit ihren Vierbeinern weg. Bei einer Fahrt über die Autobahn bekommen die Hunde dann zum Beispiel von der Knallerei gar nichts mit. ps
Autor:

Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen

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