Über 100 alte Bäume durch Hagelschaden zerstört
Drohne spürt Schäden auf

Förster Klaus Platz entdeckt Baumschäden mit der Drohne
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Kaiserslautern. Im Kaiserslauterer Forst wird mit neuesten Methoden gearbeitet. Förster Klaus Platz setzt seine Privatdrohne ein, um Waldschäden schneller ausfindig zu machen. Dabei hat er entdeckt, was er in 30 Jahren Berufsleben so noch nicht gesehen hat.

von Jens Vollmer

„Das Revier ist groß, von unten ist es schwer, alle Schadbäume zu entdecken“, erklärt Platz. Zwar sei die neu eingesetzte Drohne kein Ersatz für den täglichen Reviergang, doch sie helfe ungemein, Baum- oder Wildschäden zu entdecken, beziehungsweise das gesamte Ausmaß zu überblicken.
Ein großes Problem für den Pfälzerwald sei mittlerweile der Borkenkäfer, der sich - dank des Klimawandels - hier immer wohler fühle.
So dachte Klaus Platz auch erst an einen Schädlingsbefall, als er erste Bäume mit roten Nadeln entdeckte. Doch bei Untersuchungen an einem eigens dafür gefällten Baum bestätigte sich der Verdacht nicht. Die abgestorbenen Nadeln gaben Rätsel auf. Erst die Drohne konnte das Geheimnis lüften: „Am Süd-Ost -Hang des Mühlenbergs war eine rote Linie von circa 100 Schadbäumen zu erkennen, so dass ein sehr seltenes Phänomen deutlich wurde: Der Hagel bei einem der schweren Unwetter im Juni hat wohl den Bäumen eine erheblich hohe Zahl an Nadeln abgeschlagen und somit sozusagen ihre Lunge zerstört. So etwas hab ich in 30 Jahren Forstarbeit nicht gesehen. Ob die Bäume überleben werden, zeigen die nächsten Wochen, allerdings ist das heiße Wetter ohne nennenswerten Niederschlag der Genesung alles andere als dienlich“, befürchtet Platz. Die circa 150 Jahre alten Kiefern müssen wohl vorzeitig im kommenden Herbst gefällt werden. „Die Bäume haben noch nicht ihre Optimalqualität, so dass auch kein Optimalpreis zu erzielen ist. Das ist vergleichbar mit einem Autohersteller, der versucht, ein Auto zu verkaufen, an welchem wesentliche Teile fehlen. Ein viel größeres Handicap besteht allerdings dadurch, dass uns durch die vorzeitige Lichtstellung des Waldes bei seiner Verjüngung das Heft des Handelns aus der Hand genommen wird. Durch die Nutzung der „Hagelbäume“ werden kleine Kahlflächen entstehen, auf denen sich sehr schnell Brombeere und andere Sträucher einstellen werden. Gegen diese wuchsgewaltige Konkurrenz haben Eichen und Kiefern zunächst keine Wachstumschancen. Aufwändiges Nachsteuern, das heißt Mäharbeiten, werden erforderlich, um die Wuchskonkurrenz in Zaum zu halten.“
Die eingesetzte Drohne ist eine „Dji Phantom 3“, ein beliebtes, kleineres Modell, das ohne Führerschein geflogen werden darf. Ein Adressschild des Besitzers sowie eine abgeschlossene Versicherung müssen allerdings vorhanden sein. Über eine Smartphone-App kann die Drohne gesteuert und darf in Sichtweite geflogen werden. Das System „Gimbal“ tariert dabei die integrierte Kamera aus, die sowohl Fotos als auch Filme erstellen kann.
„Ich konnte auch schon Kollegen helfen, Borkenkäfer-Schäden zu entdecken. Außer bei Hagelschaden kann ich mir den Einsatz beim Erfassen von Wildschäden, auch im Getreide, vorstellen. Vor Mäharbeiten könnte man Rehkitze entdecken. Im Rahmen der Waldbrandbekämpfung könnte die Drohne wichtige Informationen für den Einsatz geben“, erläutert Klaus Platz die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Technik.

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