Massenimpfung im Sankt Vincentius
"Unser Ziel ist eine hohe Impfquote"

 Sebastian Fischer, Mitarbeiter des Sankt Vincentius Krankenhauses, wird in der Aula von Sina Herrmann, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin, geimpft.
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  • Sebastian Fischer, Mitarbeiter des Sankt Vincentius Krankenhauses, wird in der Aula von Sina Herrmann, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin, geimpft.
  • Foto: Sankt Vincentius Krankenhaus
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Speyer. Lang ersehnt war der Impfstoff im Sankt Vincentius Krankenhaus, denn die Vorbereitungen zu einer internen „Massenimpfung“ waren bereits im Dezember abgeschlossen. Gestern konnte nun endlich mit der Schutzimpfung gegen Covid-19 in der Aula des Sankt Vincentius Krankenhauses begonnen werden.

In der Aula des Krankenhauses warten seit 6.30 Uhr drei geschulte Impfteams und Mitarbeiterinnen der Klinik-Sekretariate zur Impfdokumentation auf 500 impfwillige Kolleginnen und Kollegen. Verantwortlich für die Organisation der Covid-19-Impfung war Dr. med. Oliver Niederer, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin und sein Oberarzt Dr. med. Thorsten Hauguth. Ein weiteres Ärzteteam kümmerte sich im Vorfeld, um die persönliche Aufklärung aller Mitarbeiter. Dr. med. Cornelia Leszinski, Ärztliche Direktorin: „Unser Ziel ist eine hohe Impfquote bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, denn sie ist der höchste Garant für unsere Patienten, die Funktionsfähigkeit unseres Hauses und letztendlich auch für eine sichere medizinische Versorgung aller Bürger in und um Speyer.“

Die Medizinerin berichtet über viele persönliche Informations- und Fragerunden in Kleinstgruppen - angefangen bei den medizinischen Berufsgruppen bis zu den Mitarbeitern aus der Verwaltung. Auch Videochats für die mehr als 240 Schüler der Pflege-, Physiotherapie- und Ergotherapieschule hat sie durchgeführt.

Abhängig von der gelieferten Anzahl an Impfdosen sollen im ersten Schritt alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Patientenkontakt geimpft werden. Eine Impfpflicht lehnt die Medizinerin jedoch ab. Sie setzt vielmehr auf eine umfassende Aufklärung.Bei der meist gestellten Frage über mögliche Nebenwirkungen der Impfung konnte sie durchaus beruhigen: „Nach einer Impfung können Schmerzen an der Einstichstelle auftreten, auch Abgeschlagenheit oder leichtes Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen sind möglich, aber selten“, so Leszinski. „Diese Reaktionen klingen in der Regel aber nach wenigen Tagen komplett ab.“ Als panikmachende Fake-News bezeichnet sie Infos, die im Internet kursieren. „Der mRNA-Impfstoff kann weder in die menschliche DNA eingebaut werden, noch wird das Virus lebend geimpft!“

Auch er habe sich im Vorfeld informiert, den Aufklärungsbogen aufmerksam gelesen und sich seine Gedanken gemacht, erzählt Sebastian Fischer, der seit 2004 als Gesundheits- und Krankenpfleger im Sankt Vincentius Krankenhaus arbeitet. Neben seinem ursprünglichen Arbeitsplatz in der Internistischen Ambulanz unterstützt er seit Beginn der Pandemie die Kollegen der Zentralen Notaufnahme. Seit dieser Zeit hat er zahlreiche Notfallpatienten getestet und versorgt.

Auch am heutigen Impftag ist Fischer im Einsatz. Seine Aufgabe ist die Koordination der Impfarbeitsplätze, zum Beispiel dass jederzeit genügend Impfstoff an den Impfplätzen zur Verfügung steht.Wie geimpft wird und was dabei berücksichtigt werden muss, ist für Fischer überhaupt kein Problem. Seit vielen Jahren gehört er zum Mitarbeiterteam, das die Kollegen jährlich gegen Grippe impft. Fischer: „Ich finde, die Impfung gegen Covid-19 ist der nächste sinnvolle Schritt, damit wir alle irgendwann einmal wieder ein normales Leben führen können“. In vier Wochen startet die zweite Impfaktion im Sankt Vincentius Krankenhaus - ein Tag auf den sich Sebastian Fischer heute schon freut.

Im Sankt Vincentius Krankenhaus wird der Impfstoff COVID-19 VaccineModerna® verimpft. Aus den klinischen Prüfungen kann ein optimaler Impfschutz 14 Tage nach der zweiten Impfung abgeleitet werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand liegt dieser bei 94 Prozent, das heißt, die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, war bei den gegen Covid-19 geimpften Personen 94 Prozent geringer als bei den nicht geimpften Personen.

Zum Vergleich: Die Wirksamkeit der Grippeimpfung 2020 liegt laut dem RKI bei jungen Menschen bei bis zu 80 Prozent, bei älteren Menschen bis zu 65 Prozent. Der Moderna-Impfstoff ist ein mRNA-Impfstoff und hat dementsprechend auch dieselbe Wirkweise. Der Impfstoff nutzt eine Boten-Ribonukleinsäure, um eine Immunantwort im Körper hervorzurufen. Die mRNA (messengerRNA = Boten-Ribonukleinsäure) enthält die Bauanleitung für einen Eiweißbestandteil des Covid-19-Erregers. Die Körperzellen bauen sich durch den Impfstoff ihre Virusabwehr selbst.

Die Ständige Impfkommission bewertet die beiden Impfstoffe von Moderna und Biontec-Pfizer hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit als gleichwertig. Die in Deutschland eingesetzten Moderna-Impfstoffe werden in Spanien und der Schweiz hergestellt.

 Sebastian Fischer, Mitarbeiter des Sankt Vincentius Krankenhauses, wird in der Aula von Sina Herrmann, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin, geimpft.
Natalie Grebert zieht Spritzen mit der passenden Dosis des Impfstoffs auf.
Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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