BriMel trifft
Ehrgeizigen Weltrekord-Angreifer Lars Kegler
- Uuuuund Action
- Foto: Lars Kegler
- hochgeladen von Brigitte Melder
Speyer. Am 21. Januar traf ich mich mit dem Speyerer Feuerwehrmann Lars Kegler, der zudem auch als Fußballtrainer und Schiedsrichter aktiv ist. Lars Kegler ist 44 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder und ist fit wie ein Turnschuh. Aktuell hält er fünf Weltrekorde, wovon vier mit Feuerwehrsport zu tun haben und bei einem lief er einen Halbmarathon (21,2 Kilometer) mit einem 22 Kilogramm schweren Baumstamm. Seinen letzten Weltrekord (weiteste gelaufene Strecke auf einem Laufband innerhalb von 12 h) holt er auf der Speyerer Frühjahrsmesse im Jahr 2023. Dabei hatte er seine komplette Feuerwehruniform an inklusive einem Atemschutzgerät auf dem Rücken, was ein zusätzliches Gewicht von 22 Kilogramm bedeutet. Insgesamt lief er dort 73,94 Kilometer und holte somit den Rekord nach Speyer. Jetzt will er es wieder wissen und ist bereits fleißig am Trainieren. Am 8. März wird er im Rahmen des internationalen Bienwald-Marathons/Halbmarathons in Kandel die 21,1 Kilometer-Strecke laufen.
??? Hallo Herr Kegler, war es Ihnen in den letzten drei Jahren zu langweilig oder wieso jetzt diese Aktion mit dem Weltrekordversuch?
Kegler: Von Langeweile kann definitiv keine Rede sein. Bedingt durch meine Tätigkeit als Fußball-/Torwarttrainer und Schiedsrichter ist meine Freizeit ganz gut gefüllt. Es ist eher die Vorfreude, nochmal eine Herausforderung anzugehen. Der endgültige Anlass für die Entscheidung war tatsächlich der misslungene Versuch eines Feuerwehrkollegen, welcher letztes Jahr versuchte, diesen Rekord nach Deutschland zu holen.
??? Wieso meinen Sie hat es bei dem Kollegen nicht geklappt? Sie wollen das nun ändern und kämpfen dafür Tag für Tag mit dem inneren Schweinehund? Oder wie fühlt es sich an?
Kegler: Ja, bedingt durch den misslungenen Versuch im letzten Jahr hält den Rekord noch immer ein britischer Feuerwehrmann. Jeden Tag dafür zu kämpfen bzw. trainieren wäre auf jeden Fall der falsche Weg und ist mit Sicherheit ein häufiger Fehler. Die Ruhephasen gehören natürlich auch dazu und sind zum jeweils richtigen Zeitpunkt sehr wichtig, um sich zu verbessern. Mein Vorteil ist natürlich, dass ich nicht bei null anfange und bedingt durch meine über 200 Wettkämpfe über eine gute Basis verfüge. Im Prinzip liegt der Schwerpunkt diesmal darauf, den Körper an die Belastung und die Umstellung mit der Atemschutzflasche und der Maske zu gewöhnen.
??? Sie trainieren mit Sauerstoffmaske und Sauerstoffflaschen? Erklären Sie bitte etwas präziser, was es damit auf sich hat. Wollen Sie tatsächlich so mitlaufen?
Kegler: Bei diesem Rekord geht es darum, einen Halbmarathon (21,1 Kilometer) mit normaler Sportkleidung zu laufen und zusätzlich ein Atemschutzgerät auf dem Rücken zu tragen, welches durch eine Maske im Gesicht verbunden ist. Das heißt also, dass die Atmung komplett über die Sauerstoffflasche läuft. Die aktuelle Zeit, welche es zu schlagen gilt, liegt bei 2:21,27 Stunden.
??? Wie viele Flaschen brauchen Sie und wie kommen Sie an die dran? Werden die Ihnen während des Laufes gereicht?
Kegler: Die aktuellen Zahlen aus dem Training sprechen dafür, dass fünf Flaschen reichen sollten. Je nachdem, wie gut diese Flaschen befüllt sind, komme ich damit zwischen 4 und 4,7 Kilometer. Ein Kollege der Feuerwehr wird mich mit seinem Lastenrad begleiten. Dort werden sich ein komplettes Ersatzgerät und vorsichtshalber sechs Atemschutzflaschen befinden. Beim Wechselvorgang werde ich selbst also keine Flasche am Gerät tauschen, sondern gleich das komplette Gerät, was natürlich ein enormer Zeitunterschied ist. In dieser kurzen Pause werde ich mich natürlich auch verpflegen, da es bedingt durch die Maske sonst keine Möglichkeit geben wird. Während ich mit dem neuen Gerät wieder loslaufe, macht Flo das „alte“ Gerät wieder fit für den nächsten Wechsel. Für das Training versorgt mich unsere Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr regelmäßig mit neuen Flaschen, wofür ich sehr dankbar bin.
??? Haben Sie auch beim Silvesterlauf in Schifferstadt mitgemacht? Hab Sie gar nicht gesehen bei der Rekordmenge an Läufern und Läuferinnen.
Kegler: Nein, beim letzten Silvesterlauf in Schifferstadt war ich diesmal nicht dabei, da unsere Wachabteilung an diesem Tag 24 Stunden Dienst hatte.
??? Wie sehen Ihre Pläne für dieses noch recht junge Jahr aus?
Kegler: Es gab viele Jahre, da war der Wettkampfkalender bereits im Oktober für das Folgejahr proppenvoll, aber diese Zeiten sind rum. Aus sportlicher Sicht liegt der Fokus Stand jetzt erst einmal nur auf dem Habmarathon in Kandel am 8. März.
Dann heißt es jetzt erstmal Daumen drücken für den Weltrekordversuch beim Bienwald-Marathon im März. Und immer schön weiter trainieren. Danke für das Gespräch. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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