Knapper Löwensieg nach Verlängerung im Achtelfinale des DHB-Pokal
Kampfbetonter Pokalkrimi gegen FrischAuf! Göppingen

Kampfbetonter Pokalkrimi
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Mannheim. Ein echter Handball-Klassiker am Mittwochabend in der Mannheimer SAP-Arena: Die Stimmung in der Halle war – trotz einiger leerer Reihen und Unterrangspiel - bestens, die Hoffnungen auf den Einzug ins Viertelfinale und einen Platz im FinalFour in Hamburg groß. Und dann wurde es doch ein echter Krimi, denn der Pokal hat – bekanntlich – seine eigenen Gesetze

Es kam alles irgendwie anders, als sich Mannschaft und Löwenfans das erwartet hätten. FrischAuf! Göppingen ging gleich mit dem ersten Angriff in Führung und konnte diese in den folgenden Minuten auch stetig ausbauen. Die Löwen glücklos im Angriff und unsicher in der Abwehr konnten gegen hoch motivierte und cleverer wirkende Göppinger einfach nicht mithalten.
Erst nach einer Auszeit schien die Mannschaft langsam wach zu werden, kämpfte sich ins Spiel, blieb jedoch auf weiten Strecken ohne das letzte Quäntchen Glück oder die in einem Pokalfight nötige Durchsetzungskraft.
So ging es eine Halbzeit lang, der Rückstand ließ sich einfach nicht verringern, so sehr die Löwen auch gegen FrischAuf! anrannen, die Abwehrmauer der Göppinger schien unüberwindbar. Dementsprechend der Halbzeitstand 14:16 für die Gäste aus Göppingen.
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit änderte sich daran nichts. Die Löwen noch motivierter, noch körperbetonter und angriffslustiger, doch die Göppinger hielten mit.  Erst in der 45. Minute konnten die Löwen zum ersten Mal gleichziehen - zum 22:22 und es sollte noch bis zur 51. Minute dauern, bis die Löwen erstmals in diesem Spiel in Führung gingen.  Daraufhin war es ein Spiel auf Augenhöhe, die Führung wechselte und Minute für Minute wurde deutliche: Das Spiel würde mindestens in eine Verlängerung gehen.

Kampfbetonter Pokalkrimi

Bis in die Verlängerung

So kam es dann auch, beim Stand von 29:29 wurden die 30 Minuten abgepfiffen und es ging in die zweimal fünf Minuten lange Verlängerung. Und dann drehten die Löwen auf, im gleichen Maß, wie die Göppinger langsam aber sich an Kräften verloren. Die bessere Kondition und der stärkere Kader zahlten sich am Ende bei diesem Pokalkrimi aus. Das Spiel endete 36:34 für die Rhein-Neckar Löwen, ein knapper, eng umkämpfter Erfolg, in einem Kampfspiel, das von Körperlichkeit und in der Folge von zahlreichen Zwei-Minuten-Strafen bestimmt wurde.

Das merkten auch beide Coaches nach dem Spiel an. „Ich bin traurig, dass wir so unglücklich verloren haben, aber auch unglaublich stolz auf meine Mannschaft, die von Anfang an gekämpft hat und ohne Angst in der SAP-Arena aufgelaufen ist. Das gelingt nicht vielen Mannschaften. Wir haben 60 Minuten gut mitgehalten und nur am Ende die maßgeblichen Körner gelassen“, so Göppingens Trainer Hartmut Mayerhoffer. „Mit der Erfahrung und der Abgezocktheit eines Andy Schmid konnten wir am Ende halt nicht mehr mithalten. Das ist einer, der genau weiß, was in solch einem engen Spiel braucht und das kann er auch liefern. Aber wir haben 70 Minuten mit offenem Visier gespielt und eine Leistung gebracht, auf die wir in jedem Fall aufbauen können.“

Tolles Publikum trägt die Löwen zum Sieg

Und auch Löwencoach Kristjan Andresson musst zugeben: „Kompliment an Göppingen, die haben toll gespielt. Aber ich habe nach dem Spiel in Melsungen auch nichts anderes als einen Krimi erwartet. Wir haben wieder viel zu lange nicht ins Spiel gefunden, daran müssen wir arbeiten.“ „Großartiges Spiel von Göppingen“ musste der sportliche Leiter der Löwen Oliver Roggisch zugeben. „Wir haben wieder keine gute Abwehrleistung gezeigt, das müssen wir in den Griff kriegen und das werden wir auch. Wenn dann auch noch so dumme Zeitstrafen wie die durch einen Wechselfehler dazu kommen, das darf einfach nicht passieren. Aber die Mannschaft hat eine riesen Moral gezeigt. “

Coach und sportlicher Direktor dankten beide dem tollen Publikum in der SAP-Arena, das die Mannschaft einmal mehr gepusht und angefeuert hat. „Ein toller Rückhalt besonders bei schwierigen Spielen. Die Stimmung war heute phänomenal - und das bei einem Unterrangspiel, das war einfach großartig. Diesen Rückhalt haben wir gebraucht."

Zuschauer: 3753
Strafminuten: Petersson (4), Guardiola (4), Kirkelokke (2), Lagarde (2), Fäth (2), Nielsen (2)
Bester Werfer: Andy Schmid (10)

Autor:

Heike Schwitalla aus Bruchsal

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