Neuer MVV-Chef bei der Mannheimer Runde
„Wärmewende ist Aufgabe der ganzen Stadtgesellschaft“

Dr. Gabriel Clemens beim Vortrag. | Foto: Rathgeber
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Es ist ein im wahrsten Wortsinn heißes Thema und will deshalb mit kühlem Kopf diskutiert werden: Nachdem die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Mannheim in diesem Sommer zur heißesten Stadt der Republik gewählt hat, wird in den unterschiedlichsten Bereichen der Quadratestadt bereits intensiv darüber nachgedacht, wie man diesen unrühmlichen Titel möglichst schnell wieder loswird. Denn die Ursachen für die extremen Temperaturen liegen nicht allein im Klimawandel – auch viele andere Faktoren spielen eine entscheidende Rolle. Ein wichtiger „Player“ sind bei diesem komplexen Thema Unternehmen wie die MVV. Da der wichtige Energieerzeuger seit einem guten halben Jahr mit Dr. Gabriël Clemens zudem einen neuen Chef an der Spitze hat, machte es doppelt Sinn für die „Mannheimer Runde“, ihn und seinen zum Jahresende ausscheidenden Vorstandskollegen Ralf Klöpfer als Referenten für das schon traditionelle Gesprächsformat „Dialog im Quadrat“ (DIQ) gewinnen. So bekamen die mittlerweile über 170 Mitglieder der größten Mittelstandvereinigung der Kurpfalz wieder Informationen aus erster Hand und aus berufenem Munde, diesmal im Rosengarten zum Thema „So gelingt die Wärmewende in Mannheim“.

Bevor die beiden Energieexperten jedoch in ihre Vorträge einstiegen, hatte Vereinsvorsitzender Stefan Kleiber nach seiner Begrüßung Gastgeber Bastian Fiedler als Geschäftsführer von m:con Gelegenheit gegeben, den eigentlichen Tagungsort vorzustellen. Der neue „Alice Bensheimer Saal“ wurde erst vor wenigen Monaten im Congress Center Rosengarten feierlich eröffnet und befindet sich im Dachbereich über dem Mittelfoyer zwischen Alt- und Neubau. 600 Quadratmeter Grundfläche können laut Fiedler variabel durch verschiedene Trennmöglichkeiten in bis zu sechs kleinere Räumen, Workshop- und Tagungseinheiten ausgestattet mit modernster Technologie, unterteilt werden, in denen dann bei voller Nutzung bis zu 510 Personen im Plenum Platz finden. Mit der Weiterentwicklung des Rosengartens reagiere man auf Bedürfnisse des Marktes: „Die großen medizinischen Fachgesellschaften formulieren hier deutlich ihren Bedarf”, so Bastian Fiedler: „Die Erweiterung sichert die Wettbewerbsfähigkeit der m:con-mannheim:congress GmbH auch in der Zukunft.“

„Die Wärmewende ist eine Aufgabe der ganzen Mannheimer Stadtgesellschaft und gelingt nur, wenn alle mitanpacken: Stadt, MVV, Gewerbe, Industrie, Handwerk, Banken sowie Bürgerinnen und Bürger“, brachte dann Dr. Gabriël Clemens kurz und knackig auf den Punkt, dass nicht einzelne Unternehmen allein hier in der Pflicht stünden, auch wenn sich die MVV hier selbst das ehrgeizige Ziel gesetzt habe „Vorreiter bei der Energiewende zu sein und mit unserem Mannheimer Modell bis 2035 klimapositiv zu werden.“ Vielmehr sollten viele einzelne Aktivitäten möglichst gut koordiniert ineinandergreifen, so der 54-jährige Niederländer weiter. Die MVV sei bereits seit 2020 mit ihrem „Fahrplan Grüne Wärme“ erfolgreich unterwegs, um etwa Fernwärme mit Biomassekraftwerken, Phosphorrecyclinganlagen, Flusswärmepumpen sowie in naher Zukunft auch Geothermie Schritt für Schritt grün zu machen. Daneben brauche es aber auch klare Spielregeln des Gesetzgebers. Unsicherheiten in der Bevölkerung wirkten sich sonst neben der Komplexität und der Kosten von neuen Heizungsanlagen als Bremsklotz aus. Zu begrüßen sei daher ein lokales Partnernetzwerk wie die Wärmewendeakademie, die als zentrale Anlaufstelle nicht nur für klare und koordinierte Beratung sorgen könne, sondern auch mit Schulungsangeboten die Betriebe auf den neusten Stand der Technik bringe.

„Dieser Weg wird steinig und lang“. Damit dieser Songtitel eines Mannheimer Sängers bei der Wärmewende nicht zutrifft, sondern für viele Bürger „einfach, transparent und regional“, hatte MVV-Vertriebsvorstand auch einen beispielhaften Ablauf mitgebracht. Dieser startet mit einer ersten Orientierung bei der Mannheimer Klimaschutzagentur, auf die dann Beratung und Lösungsvorschläge seitens der MVV folgen. Für die nötige Fachkompetenz würde dann wiederum die Wärmewende-Akademie sorgen und am Ende des Prozesses stünden dann Banken und Handwerker für Finanzierung und Umsetzung.

Ein interessanter Aspekt wurde am Rande des „DIQ“ auch noch geklärt. Wie von MVV-Chef Clemens zu erfahren war, habe weder der Vorstand noch der Aufsichtsrat der MVV jemals eine Entscheidung getroffen, dass man 2025 aus dem Gasnetz herausginge. Vielmehr könne es noch gar keine Entscheidung oder konkrete Planung geben, da der Zeitpunkt des Gas-Ausstiegs von den politischen Rahmenbedingungen abhänge. „Dafür benötigen wir die gesetzliche Grundlage, die voraussichtlich 2026 vorliegt. Wir wollen dem Kunden aber schon jetzt klarmachen, dass Gas in den nächsten Jahren deutlich teurer wird, weil die Kosten für CO2-Emissionen und die Netzentgelte steigen werden“, so der neue Vorstandsvorsitzende. Es sei denn aber eine Frage der Fairness, den Menschen offen zu sagen: Erdgas habe in den Heizungskellern keine Zukunft. Und das komme auch bereits an: Die Zahl der neuen Gasanschlüsse im MVV-Netz tendiere nahezu gegen null.

Nach diesen sehr informativen Vorträgen hatten die Mitglieder dann noch bei einer Podiumsdiskussion Gelegenheit, den Referenten Fragen zu stellen. Mit dem traditionellen „Get-Together, das erneut für viele Fachgespräche und die Vertiefung des Tagesthemas im kleinen Kreis genutzt wurde, klang der interessante „Dialog im Quadrat“ aus.

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Autor:

Erich Rathgeber aus Mannheim

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