Schockanruf in Käfertal: Kein Unfall, aber Geld weg – Seniorin verliert 50.000 Euro
- Eine Seniorin aus Mannheim-Käfertal wurde mit einem Schockanruf um 50.000 Euro gebracht. Die Kriminalpolizei sucht Zeugen der Geldübergabe und warnt erneut vor Telefonbetrug.
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Mannheim. Am Donnerstag, 11. Juni, erhielt eine 88 Jahre alte Frau im Stadtteil Käfertal gegen 19.30 Uhr einen Schockanruf und verlor dabei 50.000 Euro. Wie das Polizeipräsidium Mannheim berichtet, sprach zunächst ein Mann auf Russisch mit der Seniorin und behauptete, ihr Sohn habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Dabei seien sowohl der Sohn als auch der Unfallgegner schwer verletzt worden und müssten im Krankenhaus behandelt werden.
Anschließend übernahm eine Frau das Gespräch, die sich als Schwiegertochter der 88-Jährigen ausgab. Sie forderte 90.000 Euro für eine angeblich notwendige Operation. Als die Seniorin erklärte, 50.000 Euro zu Hause zu haben, wurde ein Treffpunkt für die Übergabe vereinbart. Dort wartete später ein Mann, der ebenfalls fließend Russisch sprach und das Geld entgegennahm. Er wird als etwa 30 Jahre alt, etwa 160 bis 165 Zentimeter groß und mit osteuropäischem Erscheinungsbild beschrieben.
Nach der Übergabe kehrte die Frau nach Hause zurück. Dort meldeten sich die Betrüger erneut und verlangten weiteres Geld. Zufällig trafen in diesem Moment der Sohn und die Schwiegertochter der Seniorin bei ihr ein. So flog der Betrug auf. Der Mann am Telefon behauptete daraufhin, alles sei ein Versehen gewesen, und kündigte an, jemand werde die 50.000 Euro zurückbringen. Der Sohn verständigte stattdessen die Polizei. Das Fachdezernat der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg ermittelt.
Die Kriminalpolizei sucht nun Zeugen. Wer am Donnerstagabend zwischen 19.45 und 20.15 Uhr im Bereich des Verbindungswegs zwischen der Hermann-Gutzmann-Schule und dem Gelände des VfB Gartenstadt verdächtige Beobachtungen gemacht hat, soll sich telefonisch unter 0621/174-4444 melden. Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang erneut vor Schockanrufen: Angehörige sollten bei solchen Geschichten immer misstrauisch sein, selbst zurückrufen und niemals Geld oder persönliche Daten an unbekannte Anrufer weitergeben.
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |