Erste Schauspiel-Premieren der Nationaltheater-Saison
„Liebe / Eine argumentative Übung“

Das Bühnenbild zum Theaterstück „Liebe / Eine argumentative Übung“.
  • Das Bühnenbild zum Theaterstück „Liebe / Eine argumentative Übung“.
  • Foto: Jakob Weiss
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Mannheim. Mit dem ältesten und dem jüngsten Stück der Theatergeschichte eröffnet das Schauspiel des NTM seine Spielzeit – mit Aischylos „Orestie“ und der Uraufführung „Liebe / Eine argumentative Übung“ der neuen Mannheimer Hausautorin Sivan Ben Yishai.
Ben Yishai macht aus der Geschichte des Comic-Matrosen Popeye die Kulisse eines zeitgenössischen Beziehungsdramas – und die weibliche Nebenrolle Olivia Öl zur Hauptfigur und Chronistin eines Liebespaares, dessen feministisch aufgeklärtes Weltbild viele blinde Flecken hat. Auf virtuose und höchst komische Weise erklärt Sivan Ben Yishai das Private zum Politischen – die beiden Comicfiguren werden zur Reflexionsfläche für Jedermann und Jedefrau. Fragen der Identität, der Macht- und Geschlechterverhältnisse sind zentrale Themen im Werk der israelischen Regisseurin, Performerin und Dramatikerin.
Premiere ist am Donnerstag, 26. September, um 20 Uhr im Studio Werkhaus. Regisseur Jakob Weiss gestaltet auch die Bühne, Elena Gaus die Kostüme.
Einen Tag zuvor, am Mittwoch, 25. September, um 21 Uhr, besteht die Möglichkeit, die neue Mannheimer Hausautorin kennenzulernen: Als „UrUraufführung“ wird Sivan Ben Yishai ihren Text selbst als Solo-Performance in englischer Sprache auf die Bühne bringen – der Auftakt ihrer Veranstaltungsreihe „Supranationaltheater Frauheim“.
Mit der einzigen vollständig erhaltenen antiken Dramen-Trilogie, Aischylos „Orestie“, eröffnet Regisseur Philipp Rosendahl den Premierenreigen im Schauspielhaus. Rosendahl brachte bereits in der vergangenen Spielzeit „Judas“ mit Samuel Koch erfolgreich auf die Bühne und erhielt dafür eine Nennung in der Kategorie Beste Regie in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute. „Orestie“ steht nicht nur am Anfang unserer europäischen Theatertradition, sondern legt zugleich Zeugnis ab von der Entstehung der Demokratie: Agamemnon hat seine Tochter Iphigenie für das Kriegsglück geopfert. Aus Troja zurückgekehrt, wird er von seiner Frau Klytaimnestra erschlagen. Diese Tat sühnt der gemeinsame Sohn Orest, indem er seine Mutter ermordet. Da tritt Göttin Athene auf den Plan und beruft eine Volksversammlung ein, die über Orests Schuld abstimmen und so dem steten Kreislauf von Gewalt ein Ende setzen soll.
Rosendahl befragt das antike Textmaterial als spielerisches Narrativ, verleiht den weiblichen Figuren eine dominante Stimme und erzählt den antiken Mythos reizvoll aus verschiedenen Blickwinkeln. So erhält jeder Teil des antiken Textmaterials seinen eigenen ästhetischen Zugriff – die „Orestie“ als Spielort, an dem eine Vielfalt von Stimmen und Deutungen zur Utopie für ein gesellschaftliches Heute werden kann. Premiere ist am Freitag, 27. September, um 19 Uhr. ps

Karten:
Karten unter www.nationaltheater-mannheim.de oder 0621 1680150.

Autor:

Laura Seezer aus Mannheim

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