Online-Petition / Ideenwettbewerb ohne Ergebnis
Einsatz für den Erhalt der US-Garnisonskirche in Karlsruhe

Die frühere Knielinger Militärkirche für Kultur erhalten, das wünschen sich etliche Akteure der Stadtgesellschaft.
  • Die frühere Knielinger Militärkirche für Kultur erhalten, das wünschen sich etliche Akteure der Stadtgesellschaft.
  • Foto: Knopf
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Karlsruhe. Eingezwängt zwischen „Brauhaus 2.0“ und dem fortschreitenden Wohnungsbau, steht sie da, die frühere Garnisonskirche der US-Streitkräfte in Knielingen.

Die KULT-Fraktion hat es sich auf die Agenda gesetzt, die marode, unter Denkmalschutz stehende Kirche zu erhalten und für kulturelle Zwecke nutzbar zu machen. Jüngst stellte sie dazu einen Antrag, über den bei der kommenden Sitzung des Gemeinderats entschieden wird. Auch Rolf Ableiter, Film- und Musikproduzent, setzt sich für den Erhalt der Kirche ein, in der vor rund zehn Jahren noch die Alt-Katholiken predigten. Der gebürtige Landauer hat eine Online-Petition gestartet, um die Bevölkerung zu mobilisieren: „Es ist wichtig, so ein geschichtsträchtiges Gebäude zwischen all den Lego-Häusern im neuen Knielinger Quartier zu erhalten. Es ist unglaublich, so ein Kulturdenkmal einfach abzureißen.“

Lediglich per Pressemitteilung äußerte sich die „Volkswohnung“ (VOWO) auf Anfrage: Im ersten Quartal 2017 habe man einen Ideenwettbewerb ausgelobt, mit dem Ziel, ein wirtschaftlich tragbares Konzept zu erstellen. Trotz Prüfung von eingereichten 37 Ideen konnte dieses nicht gefunden werden. „Aus diesem Grund bereitet die Volkswohnung derzeit einen Abrissantrag vor, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen“, heißt es weiter.

Mehr Wohnungen sollen entstehen
20 weitere Wohnungen sollen entstehen. Ableiter bezweifelt indes die Ernsthaftigkeit des Ideenwettbewerbs, dieser sei wohl eher pro forma durchgeführt worden: „Man wollte wohl von Anfang an abreißen. Zumal, wie ich gehörte habe, die Mietvorstellungen horrend gewesen sein sollen.“
Dem 51-Jährigen Musiker schwebt vor, dass die Stadt von ihrer „Tochter VOWO“ das Areal mit Kirche abkaufe und saniere, um anschließend kulturelle Aktivitäten zu ermöglichen. Eine Ausstellung über die Nachkriegszeit in Deutschland könne er sich vorstellen, zudem Konzerte, Theater, Performances. „Auch Kultur braucht ihren Platz, es kann nicht immer nur ums Geld gehen. Kultur- und Stadtentwicklungspolitik müssen wir stärker zusammendenken“, fügt er hinzu. Ein Anwohner jedoch schüttelt über dieses Ansinnen nur den Kopf: Es sei eine in die Jahre gekommene Kirche, weiter nichts. Am 18. September entscheidet nun der Gemeinderat. voko

Autor:

Jo Wagner

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