Einzigartigen Geist des Ortes für neues Kapitel lebendiger Stadtgeschichte nutzen
Vision „Kulturwerk Pfaff“

Noch ist die Pfaffkantine leer. Hier wird sich die freie Kultur- und Kunstszene Kaiserslauterns mit ihrer neuen Dachorganisation vom 14. bis 16. September in ihrer ganzen Vielfalt präsentieren. Für die Vision eines Kulturwerks wünscht man sich jedoch ein anderes Gebäude.
  • Noch ist die Pfaffkantine leer. Hier wird sich die freie Kultur- und Kunstszene Kaiserslauterns mit ihrer neuen Dachorganisation vom 14. bis 16. September in ihrer ganzen Vielfalt präsentieren. Für die Vision eines Kulturwerks wünscht man sich jedoch ein anderes Gebäude.
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von Jens Vollmer

Kaiserslautern. Nach der Initiative „Pfaff erhalten - Stadt gestalten“ hat sich nun der Verein „Kulturwerk Pfaff e.V.“ gegründet. Er versteht sich als unabhängiges, nichtkommerzielles und offenes Netzwerk lokaler Organisationen und Akteure der freien Kultur- und Kunstszene Kaiserslauterns.

„Die öffentliche Diskussion um das Pfaffgelände war sicherlich eine notwendige Reibung, die bei den Bürgern Interesse geweckt hat, was mit dem Industriegelände passiert, auf dem einst so viele Kaiserslauterer gearbeitet haben. Die Firma Pfaff ist in nahezu jeder Kaiserslauterer Familie Teil ihrer Geschichte. Jetzt ist es an der Zeit, konstruktive Vorschläge zu machen, damit nicht alle Gebäude hier abgerissen werden“, erklärt Martin Memmel vom neu gegründeten Verein. Ziel sei es, ein freies Zentrum für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Kaiserslautern zu errichten und zu betreiben. Zwar könne sich die Stadt daran finanziell nicht beteiligen, doch Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel sicherte bereits schriftlich jede anderweitige Unterstützung der Stadt zu.
Dass sich so viele Kulturschaffende wie noch nie in einer Organisation zusammengetan haben, ist einmalig für Kaiserslautern. Teil des neuen Vereins sind bereits die Künstlerwerkgemeinschaft, das Kulturkollektiv, das WebEnd, die Vielfalter, das Union Studio für Filmkunst, die Raumpiraten, die Architekturgalerie, Hertzmusic, Eselsohr, Shaian, der Salon Schmitt, KunstRaum Westpfalz sowie der Asta der TU.
„In der freien Szene Kaiserslauterns hat sich enorm viel getan in den letzten Jahren. Jede Organisation für sich hat ihre Erfolgsgeschichte. Kaiserslautern hat viel mehr zu bieten als die meisten denken. Das gemeinsame Auftreten setzt nun ein besonderes Ausrufezeichen“, betont Memmel.
Ein passendes Gebäude ist derzeit noch nicht gefunden. Die Pfaffkantine ist aktuell zwar als Veranstaltungsort nutzbar, aber - obwohl sich jeder den Erhalt dieses historischen Gebäudes wünscht - nicht der richtige Ort für das zukünftige „Kulturwerk Pfaff“. Die „Altsubstanz mit Charme“ müsste bestimmte Kriterien erfüllen: Ateliers, Proberäume, ein kleiner und ein größerer Veranstaltungsraum sollte sie bieten und am besten im Herzen des Geländes angesiedelt sein.
Die Finanzierung soll über Fördergelder, Bankkredit und letztendlich Veranstaltungseinnahmen gestemmt werden. Die Protagonisten müssen nicht vom „Kulturwerk Pfaff“ leben. Sie sind alle berufstätig oder im Studium. Lediglich eine Verwaltungsstelle soll in einem späteren Schritt eingerichtet werden.
„Das „Kulturwerk Pfaff“ darf nicht als Konkurrenz zum bestehenden Kulturangebot in der Stadt verstanden werden. Es ist vielmehr eine willkommene Ergänzung mit jungen, frischen Ideen“, räumt Martin Memmel Bedenken bestehender Kulturstätten aus, wenngleich die neue Kulturstätte den klassischen Kulturbetrieb durchaus anregen, provozieren oder in Frage stellen solle. Nur so könne eine wirkliche Bereicherung entstehen.
„Grundlage für unser Konzept ist ein inklusives Gesellschaftsverständnis, das kulturelle Bildung als eine essentielle Aufgabe begreift sowie Teilhabe und Mitgestaltungsmöglichkeiten für Menschen jeglichen Alters und jeder Herkunft bietet. Es soll ein Freiraum der Begegnung entstehen, der es allen EinwohnerInnen der Stadt und der Region ermöglicht, ihre Ideen kreativ auszudrücken, sich auszutauschen - und sich wohlzufühlen“, heißt es in der Presseerklärung. „Wir treten ein für Transparenz, Solidarität und Chancengleichheit und wollen gemeinsam im offenen Dialog mit anderen sozialen wie kulturellen Trägern und der Stadtpolitik Möglichkeitsräume schaffen, in denen sich Menschen und Gruppen in all ihrer kulturellen, ethnischen und sozialen Vielfalt begegnen und künstlerisch frei entfalten können.“
Bis es aber soweit ist, steht noch viel Arbeit an. Vorab mussten die Bürokratie zur Vereinsgründung erledigt, Kontakte zum Kulturamt und Oberbürgermeister geknüpft und Bedarfe der einzelnen Organisationen und Vereine mittels Umfrage erfragt werden.
Mit einem ersten Event in der Pfaffkantine am Wochenende vom 14. bis 16. September arbeiten erstmalig alle Akteure zusammen an einer gemeinsamen Veranstaltung. Das Angebot ist so vielseitig wie der Background der zahlreichen Akteure.
„Es tut gut, nun auch mal kreativ arbeiten zu können“, freut sich Memmel auf den Termin. Natürlich erhofft man sich auch, weitere Mitglieder für den Verein zu akquirieren, damit noch mehr kreative Impulse in den neuen Verein fließen. jv

Weitere Informationen:
www.kulturwerkpfaff.de

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