Trauergruppe Kaiserslautern: Ein Stück des Weges gemeinsam gehen

Ansprechpartnerinnen für Trauernde: Karin Landenberger (links) und Manuela Spittang-Benner  | Foto: Monika Klein
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Stadt und Kreis Kaiserslautern. Trauer kennt keine Zeit. Sie ist so einzigartig, wie es jeder von uns ist. Um Hinterbliebene auf ihrem Weg der Trauerbewältigung zu begleiten, hat sich 2020 die Trauergruppe Kaiserslautern gegründet. Bei Trauerspaziergängen, beim Trauercafé, in Gesprächskreisen und in Einzelgesprächen können sich die Teilnehmer in einem geschützten Rahmen öffnen. Seit Kurzem hat die Selbsthilfegruppe ihre Angebote erweitert und bietet nun auch Treffen im Osten und Westen des Landkreises an.

Von Monika Klein

"Du musst loslassen" oder "Es ist doch schon so lange her" sind Sätze, die Trauernde nicht selten hören, gerade dann, wenn der geliebte Mensch vor einiger Zeit verstorben ist. Aber wie lange ist einige Zeit? Wochen? Monate? Jahre? Für Außenstehende mag der bohrende Schmerz über diesen Verlust nach einem gewissen Zeitraum nicht nachzuvollziehen sein, für Betroffene ist er real, fast greifbar. Manuela Spittang-Benner weiß, wovon sie spricht, wenn sie sagt: "Die Hospizarbeit endet mit dem Tod, aber die Hinterbliebenen brauchen weiterhin Unterstützung."  

Spittang-Benner ist Krankenschwester und kommt aus der Hospizarbeit. Sie ist Mitbegründerin der Selbsthilfegruppe, deren Ursprünge im Jahr 2020 liegen. Dieses erste Jahr der Pandemie, das mit sozialer Isolation und Kontaktbeschränkungen einherging, war ausschlaggebend dafür, dass ein erster Trauerspaziergang stattfand. Zu Gesprächskreisen durfte man damals nicht zusammenkommen, nur im Freien waren Treffen unter Einhaltung bestimmter Vorgaben möglich. "Es kamen viele Leute, der Bedarf war groß", berichtet sie im Rückblick. Wenig später kam das Trauercafé hinzu, eine "etwas andere Form, sich im Gespräch mit Trauer auseinanderzusetzen", wie sie sagt.

Sich untereinander Halt geben

Karin Landenberger ist ebenfalls eine Frau der ersten Stunde und ausgebildete Hospizhelferin als auch Trauerbegleiterin. Auch ihr ist nicht fremd, dass das Umfeld der Hinterbliebenen oft mit Unverständnis reagiert oder dass die Frage "Wie geht es dir?" nicht gestellt wird, weil da eine Hemmschwelle existiert. "Dann fühlt man sich doppelt alleine gelassen", benennt sie die Folge. Umso wichtiger seien die Treffen und der Austausch. "Dabei kann man seine Nöte, Ängste und die Trauer ausleben. Man kann weinen, schweigen, reden, ganz egal – und die Leute geben sich auch untereinander Halt", macht sie deutlich.

Dieses Angenommensein und Verstandenwerden kennzeichnet alle Angebote, ob Trauercafé und -spaziergang oder offener Trauergesprächskreis und Einzelgespräche mit einem der insgesamt acht Ehrenamtlichen. Sie alle sind ausgebildete Hospizhelfer und teils auch Trauerbegleiter und unterliegen der Schweigepflicht. Die Treffen bilden den Schutzraum, den Trauernde benötigen, um ihre Alltagsmaske, mit der sie funktionieren, ablegen zu können.

Ein Miteinander auf Augenhöhe

Das Thema "Trauer" bildet den Bogen, der sich über alle Zusammenkünfte spannt, er lässt aber gleichzeitig Raum für anderes. "Man kann parallel auch Freude und Glück empfinden. Es geht immer ums Miteinander", erläutert Spittang-Benner. Das Prinzip sei Hilfe zur Selbsthilfe. Landenberger ergänzt: "Man kann auch kommen und sagen: ,Es geht mir besser. Ich habe einen neuen Freundeskreis gefunden und mache andere Aktivitäten.' Oder man weint und sagt: ,Ich hatte einen furchtbaren Flashback.' Oder man sagt: ,Es hat gut getan, aber ich brauche es nicht mehr. Dankeschön.'"

Die Teilnahme an den Treffen unterliegt der Freiwilligkeit und ist in keiner Weise bindend. Landenberger spricht von einem Miteinander auf Augenhöhe. "Es ist kein einseitiger Prozess. Wir lernen ja auch im Kontakt mit anderen." Wie sie nimmt auch Spittang-Benner viel mit. "Die Selbsthilfegruppe lebt auch aus Eigenerfahrung, also von Betroffenen für Betroffene. Mit den Menschen, die in dieser Situation sind, erlebe ich eine Ehrlichkeit, die man sonst nicht kennt." 

Dass die Trauergruppe nun auch in Enkenbach-Alsenborn und in Ramstein-Miesenbach einen Gesprächskreis anbietet, erklären Spittang-Benner und Landenberger so: "Wir wollten auch im Landkreis etwas anbieten." Im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest – Feiertage, an denen der Verlust besonders schmerzlich sein kann – verweisen sie auf den Trauerspaziergang am Samstag, 21. Dezember 2024, und auf das Trauercafé am Samstag, 28. Dezember 2024. Darüber hinaus gibt es eine WhatsApp-Gruppe und die Möglichkeit, persönliche Telefonate oder Treffen zu vereinbaren. 

Info

Trauergruppe Kaiserslautern, Telefon 0176 32305947, [urlnt=https://trauergruppe-kl.de/]www.trauergruppe-kl.de
Trauerspaziergang am dritten Samstag des Monats um 14 Uhr, Treffpunkt ist der Parkplatz der Schule am Beilstein, Velmannstraße 13 in Kaiserslautern; um Anmeldung wird gebeten
Trauercafé von Oktober bis April am vierten Samstag des Monats um 16 Uhr in der "Guud Stubb" von "Nils – Wohnen im Quartier" im Goetheviertel, Hohlestraße 12 in Kaiserslautern; um Anmeldung wird gebeten
Trauergesprächskreis am ersten Mittwoch des Monats von 16.30 bis 18 Uhr im Gemeindehaus der Mennoniten, Heidestraße 2a, in Enkenbach
Trauergesprächskreis am ersten Montag des Monats von 16.30 bis 18 Uhr im evangelischen Gemeindehaus, Ringstraße 14, in Miesenbach

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Autor:

Monika Klein aus Kaiserslautern

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