Gegen den Ärztemangel: Neuer Weiterbildungsverbund für die Nordwestpfalz gegründet
- Der neue Weiterbildungsverbund Nordwestpfalz soll junge Mediziner für die Region gewinnen und damit langfristig dem Ärztemangel entgegenwirken
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Nordwestpfalz. Die medizinische Versorgung in der Nordwestpfalz langfristig sichern und mehr Ärztinnen und Ärzte für die Region gewinnen: Dieses Ziel verfolgt der neue fachübergreifende Weiterbildungsverbund Nordwestpfalz. Niedergelassene Praxen und das Westpfalz-Klinikum haben mit Unterstützung der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) und des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Rheinland-Pfalz e. V. am Dienstag, 9. Juni, gemeinsam ein Modell geschaffen, das in Rheinland-Pfalz bislang einmalig ist.
Erstes fachübergreifendes Modell in Rheinland-Pfalz
Die Initiative zur Gründung des fachübergreifenden Weiterbildungsverbunds Nordwestpfalz (WBV) ging vom Westpfalz-Klinikum sowie von Dr. Ulf Niwa, Facharzt für Allgemeinmedizin, seinem Arzt in Weiterbildung, Dr. Florian Friedrich, und Allgemeinmediziner Dr. Jonas Fröhlich aus. Diese Ärzte, allesamt Mitglieder des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Rheinland-Pfalz, arbeiten in der Region und sorgen sich um die künftige medizinische Versorgung der Bevölkerung.
Der WBV, bestehend aus regionalen Praxen und dem Westpfalz-Klinikum, soll strukturell helfen, Ärztinnen und Ärzte für die Region zu gewinnen und so die medizinische Versorgung langfristig zu sichern. „Seit Jahren wird es immer schwieriger, offene Stellen in den Praxen unserer Medizinischen Versorgungszentren zu besetzen. Zudem liegt es uns am Herzen, die ambulante Versorgung in der Nordwestpfalz zu stärken“, erklärt Frank Laumen, Leiter Medizinische Versorgungszentren Kaiserslautern und Kusel des Westpfalz-Klinikums.
Auch fachübergreifendes Wissen aneignen
Ein WBV verfolgt ein klares Ziel: Praxen und Kliniken einer Region schließen sich zusammen, um Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung eine umfassende Komplettlösung zu bieten. Eine Bewerbung genügt, und die Teilnehmenden durchlaufen ihre Stationen der fachärztlichen Weiterbildung – sowohl in der Klinik als auch in der Praxis. Das Besondere an diesem WBV: Der fachübergreifende Ansatz ermöglicht es den Weiterzubildenden, neben ihrem Weiterbildungsziel auch diagnostische und therapeutische Methoden anderer Fachgebiete kennenzulernen.
„Der Fokus liegt auf enger Vernetzung und dem Blick über den Tellerrand. Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung profitieren ebenso wie alle Beteiligten, da sie Einblicke in andere Fachgebiete erhalten. Das stärkt das gegenseitige Verständnis und den Zusammenhalt in der Region“, betont Dr. Friedrich, der sich aktuell in der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner befindet.
15 Mitglieder starten im neuen Weiterbildungsverbund
Der WBV startet mit 15 Mitgliedern, darunter Praxen und MVZ für Allgemeinmedizin, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Augenheilkunde, Dermatologie, Unfallchirurgie, Orthopädie und Urologie. „Jeder WBV ist ein Gewinn für die medizinische Zukunft. Gemeinsam bündeln wir unsere Kräfte, um Nachwuchs für die Region zu sichern“, erklärt Janina Constantz, Leiterin des Ressorts KV-Aufgaben/Sonderaufgaben der KV RLP.
- v.l.n.r.: Dr. Ulf Niwa und Dr. Jonas Fröhlich (Fachärzte für Allgemeinmedizin), Dr. Florian Friedrich (Arzt in Weiterbildung), Susann Renger (Referentin KV-Aufgaben/Sonderaufgaben), Janina Constantz (Ressortleiterin KV-Aufgaben/Sonderaufgaben), Charlotte Hoffmann (Koordinatorin Weiterbildungsverbund) und Frank Laumen (Leiter Medizinische Versorgungszentren Kaiserslautern und Kusel)
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Der WBV Nordwestpfalz setzt auf eine hochwertige Weiterbildung. Dafür haben die Beteiligten einen Kodex entwickelt, der einheitliche Qualitätsstandards für die Weiterbildung in Klinik und Praxis definiert. „Qualität ist entscheidend, wenn der WBV Bestand haben soll. Nur dann spricht sich das Konzept herum“, betont Dr. Niwa.
Flexible Weiterbildung und finanzielle Unterstützung der Ärzte
Zudem bietet der WBV Flexibilität: Die Weiterbildung lässt sich an individuelle Lebensumstände anpassen. Dr. Jonas Fröhlich, Facharzt für Allgemeinmedizin und stellvertretender Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Rheinland-Pfalz, hebt einen weiteren Vorteil hervor: „Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung bringen frische Ideen in die Praxen. Das regt zum Nachdenken an und hält uns selbst auf dem neuesten Stand.“
Der WBV Nordwestpfalz ist der erste fachübergreifende Verbund in Rheinland-Pfalz. Bisher schlossen sich WBV in Fachgebieten wie Gynäkologie, Neurologie, Pädiatrie, Psychiatrie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie zusammen. Die KV RLP unterstützt die Weiterbildung in den Praxen ihrer Mitglieder auch finanziell: Eine Vollzeitstelle in allen Fachgebieten wird mit 2900 Euro monatlich gefördert. Für einige Arztgruppen beteiligen sich zusätzlich die Landesverbände der Kranken- und Ersatzkassen, wodurch eine Förderung in Höhe von bis zu 5800 Euro pro Monat grundsätzlich möglich ist.
Medizinische Versorgung zukünftig sichern
Für die KV RLP steht fest: Diese Verbünde sind ein wichtiges Schlüsselinstrument, um die ambulante Versorgung zu sichern. „Sie werden künftig weiter an Bedeutung gewinnen”, ergänzt Constantz. Weitere Informationen zu den Teilnehmenden des WBV sowie Kontaktdaten für interessierte Praxen, Kliniken und Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung finden Sie online unter www.kv-rlp.de/12400. red
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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