Keimbelastung nach Hitzewelle: Diese Freibäder im Kreis Kaiserslautern sind betroffen
- Nach der Hitzewelle und dem starken Besucherandrang wurde in mehreren Freibädern im Kreis Kaiserslautern eine erhöhte Belastung mit dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa festgestellt. Einzelne Becken und Freibäder mussten daraufhin vorübergehend geschlossen werden (Symbolfoto)
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Keimbelastung Freibäder Kreis Kaiserslautern. Nach der Hitzewelle mit Rekordtemperaturen haben Kontrollen des Gesundheitsamtes in mehreren Freibädern im Kreis Kaiserslautern eine erhöhte Belastung mit dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa ergeben. Einzelne Becken mussten gesperrt, mehrere Freibäder vorübergehend geschlossen werden. Die Kreisverwaltung erklärt nun, wie die Wasserqualität überwacht wird, welche Grenzwerte gelten und welche Bäder betroffen sind.
Überwachung der Wasserqualität: Wer kontrolliert wann?
Das Prüfkonzept sei durch das Zusammenspiel von Gesundheitsamt, Landesuntersuchungsamt und Westpfälzischer Ver- und Entsorgungsgesellschaft sehr komplex und auch bei notwendigen Nachproben sehr flexibel, teilt die Pressestelle mit.
Aufgrund der neu aufgetretenen Hitzeprobleme mit der Keimbelastung des Wassers in Schwimmbädern und Badegewässern werden aktuell neue Prozessabläufe auch zukunftsorientiert implementiert. Die Pläne wurden bisher als Jahrespläne erstellt, sollen jedoch zukünftig auch Akutereignisse verstärkt in Betracht ziehen.
Zusätzlich beproben die Bäder auch in eigener Zuständigkeit. Die Probennehmer müssen ebenso wie die untersuchenden Labore akkreditiert sein.
Wie werden die Kontrollen durchgeführt?
Proben werden laut Kreisverwaltung an verschiedenen Stellen eines Badebeckens entnommen und jeweils auf den pH-Wert, Chlor gesamt, freies Chlor und gebundenes Chlor untersucht.
Mikrobiologisch wird das Wasser auf Koloniezahlen bei 22 und 36 Grad Celsius sowie auf die Bakterien Escherichia coli, coliforme Keime und Pseudomonas aeruginosa untersucht. Bei Nachproben werden teilweise nur zuvor auffällige Keine überprüft.
Grenzwerte und aktuelle Befunde
Der Grenzwert für den in den Becken gefundenen Keim Pseudomonas aeruginosa, der auch als "Krankenhauskeim" bekannt ist, liegt bei null koloniebildenden Einheiten pro 100 Milliliter. Wie hoch der aktuelle Wert in den Proben ist, teilt die Pressestelle nicht mit.
Andere Parameter seien bei den Proben durch das Gesundheitsamt nicht außerhalb der zulässigen Grenzwerte festgestellt worden.
Unterschied zwischen den Kontrollen des Gesundheitsamtes und der Bäder
Das Gesundheitsamt überwacht die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. Weitere Messungen finden kontinuierlich vor Ort durch die Schwimmmeister statt.
Welches Freibad ist betroffen?
Grundsätzlich liegt es im Zuständigkeitsbereich der Verbandsgemeinden über eine Keimbelastung der Bäder zu informieren, so die Kreisverwaltung. Sie empfiehlt Bürgern, sich dort über eine etwaige Schließung zu informieren.
Die Verbandsgemeinde (VG) Weilerbach informiert auf ihrer Internetseite, dass der Nichtschwimmerbereich des Waldfreibads in Rodenbach bis einschließlich Mittwoch, 8. Juli geschlossen ist (https://www.weilerbach.de/news/schliessung-nichtschwimmerbecken/).
Die Schwimmbäder in Mehlingen und Enkenbach-Alsenborn sind laut der Homepage der VG (https://www.enkenbach-alsenborn.de/aktuelles/2026/sprungturm-im-freibad-enkenbach-alsenborn-ausser-betrieb/) vorübergehend geschlossen.
Bis auf Weiteres ist laut der Website der VG Landstuhl (https://www.landstuhl.de/verbandsgemeinde-landstuhl/) auch das Warmfreibad in Trippstadt geschlossen.
FAQ zu Pseudomonas aeruginosa
Wo kommt das Bakterium vor?
Laut Kreisverwaltung handelt es sich bei Pseudomonas aeruginosa um ein weit verbreitetes Bakterium, das überall in der Umwelt vorkommt und auch in Schwimm- und Badegewässern.
Wie gefährlich ist der Keim?
Für Menschen mit intaktem Immunsystem sei er weniger ansteckend als für Menschen, bei denen krankheitsbedingt das Immunsystem geschwächt oder unterdrückt ist. Das Bakterium könne diverse Krankheiten wie zum Beispiel Augen- und Ohrentzündungen, Hautinfektionen und Lungenentzündungen auslösen.
Gab es bislang Krankheitsfälle?
Hierzu teilt die Kreisverwaltung mit, dass ihr bislang kein Fall bekannt sei, bei dem es nach einem Besuch eines der betroffenen Schwimmbäder zu gesundheitlichen Problemen gekommen sei. Sollten Anzeichen einer Infektion auftreten, rät sie, den Hausarzt zu besuchen. lmo
Autor:Monika Klein aus Kaiserslautern |
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