Polizei warnt vor russischsprachigen Anrufen: Schaden schon fast 100.000 Euro
- Mann telefoniert (Symbolbild erstellt mit KI)
- Foto: Heike Schwitalla
- hochgeladen von Heike Schwitalla
Germersheim | Region. In den vergangenen Tagen wurden der Polizei mehrere Fälle von Telefonbetrug gemeldet, bei denen gezielt russischsprachige Seniorinnen und Senioren kontaktiert wurden. Die Täter täuschten dabei Notlagen vor, um Bargeld zu erlangen. Nach bereits bekannten betrügerischen Anrufen in Speyer und Germersheim wurden nun drei weitere Fälle bei der Kriminalpolizei Ludwigshafen gemeldet.
Das Polizeipräsidium Rheinpfalz hat hierzu einen Warnhinweis in russischer Sprache auf seiner Homepage veröffentlicht: https://s.rlp.de/QW8vPrD
Am 7.4.2026 erhielt ein Senior aus Germersheim gegen 11 Uhr einen Anruf eines angeblichen Polizeibeamten. Dieser gab an, die Tochter des Seniors habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und müsse eine Geldzahlung leisten, um eine Strafanzeige zu vermeiden. Kurz darauf erschienen zwei vermeintliche Polizeibeamte an der Wohnanschrift in der Hans-Graf-Sponeck-Straße und nahmen Bargeld entgegen. Der Abholer wird beschrieben als männlich, etwa 50 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter groß, kräftige Statur, braune Haare.
Am 8.4.2026 wurde eine Seniorin aus Neustadt gegen 11 Uhr telefonisch kontaktiert. Eine angebliche Tochter schilderte einen schweren Unfall und bat um Geld für eine notwendige Operation. Das Gespräch wurde anschließend von einem vermeintlichen Staatsanwalt übernommen, der zusätzlich mit einer drohenden Haftstrafe von drei Jahren drohte. Kurz darauf erschien ein unbekannter Mann in der Stettiner Straße und nahm das Bargeld entgegen. Der Mann war etwa 50 bis 60 Jahre alt, rund 1,70 Meter groß, hatte kurze schwarze Haare und war unrasiert.
Am 9.4.2026 erhielt eine weitere Seniorin aus Neustadt gegen 17 Uhr einen ähnlichen Anruf. Ein angeblicher Polizeibeamter gab an, eine Schwiegertochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Wenig später wurde Bargeld in einer Stofftasche in der Branchweilerhofstraße übergeben. Der Abholer wird beschrieben als 40 bis 50 Jahre alt, 1,60 bis 1,70 Meter groß, vermutlich mit Kappe sowie langärmeligem Shirt oder Pullover bekleidet. Die Geldübergabe erfolgte in einer grünen Stofftasche.
Bereits am 1. April wurde eine russischsprachige Seniorin aus Germersheim Opfer eines Schockanrufs. Eine bislang unbekannte Täterin gab vor, in einen schweren Verkehrsunfall mit dem Ehemann der Geschädigten verwickelt zu sein, bei dem eine schwangere Frau lebensgefährlich verletzt worden sei. Unter massivem Druck forderte sie eine hohe Geldsumme. Im Verlauf des Betrugs übergab die Seniorin an ihrer Wohnanschrift in der Freiherr-vom-Stein-Straße Bargeld im fünfstelligen Bereich an einen unbekannten männlichen Abholer.
In allen Fällen sprachen die Täter russisch. Aufgrund der ähnlichen Vorgehensweise wird ein Zusammenhang der Taten vermutet. Der entstandene Gesamtschaden liegt bei nahezu 100.000 Euro. Die Kriminalpolizei Ludwigshafen hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise von Zeuginnen und Zeugen.
Hinweise zu verdächtigen Fahrzeugen oder Personen werden erbeten:
1.4.2026, Freiherr-vom-Stein-Straße in Germersheim
7.4.2026, Hans-Graf-Sponeck-Straße in Germersheim
8.4.2026, 11–12 Uhr, Stettiner Straße in Neustadt
9.4.2026, 17–18:3o Uhr, Branchweilerhofstraße (Nähe Stettiner Straße) in Neustadt
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Ludwigshafen unter der Telefonnummer 0621 963-23312 oder per E-Mail an KDLudwigshafen.KI3.K31@polizei.rlp.de entgegen.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
|
| Heike Schwitalla auf Facebook | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.