Kriminalität im Raum Germersheim deutlich gesunken: Niedrigster Stand seit fünf Jahren
- Die Polizei hat die Kriminalstatistik 2025 für den Bereich der Polizeiinspektion Germersheim veröffentlicht. Insgesamt wurden 3375 Straftaten erfasst – deutlich weniger als im Jahr zuvor.
- Foto: Paul Needham
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Germersheim. Die Kriminalität im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Germersheim ist im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen, das zeigt die jetzt vorgelegte Statistik. Insgesamt wurden 3.375 Straftaten registriert – 580 Fälle weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von 14,7 Prozent und zugleich dem niedrigsten Wert der vergangenen fünf Jahre. Die Aufklärungsquote stieg gleichzeitig von 59,9 auf 63,1 Prozent - liegt damit aber immer noch unter dem Landesdurchschnitt in Rheinland-Pfalz.
Diese jetzt veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Germersheim für das Jahr 2025 umfasst die Stadt Germersheim sowie die Verbandsgemeinden Bellheim, Lingenfeld und Rülzheim mit insgesamt rund 69.000 Einwohnern.
Weniger Straftaten in allen Verbandsgemeinden
Von dem Rückgang profitierten sämtliche Regionen des Dienstbezirks. In der Stadt Germersheim sank die Zahl der registrierten Straftaten von 1.966 auf 1.647 Fälle (-16,2 Prozent). Auch in der Verbandsgemeinde Bellheim gingen die Fallzahlen auf 605 Delikte zurück (-5,2 Prozent). Besonders deutlich fiel der Rückgang in der Verbandsgemeinde Lingenfeld aus, wo 633 Straftaten registriert wurden – ein Minus von 20,1 Prozent. In der Verbandsgemeinde Rülzheim sank die Zahl der Delikte um 7,2 Prozent auf 490 Fälle.
Diebstähle gehen stark zurück
Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang bei den Eigentumsdelikten. Die Polizei registrierte 844 Diebstähle und damit knapp 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch dies ist der niedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre. Die Zahl der einfachen Diebstähle sank auf 549 Fälle. Gleichzeitig stieg die Schadenssumme trotz rückläufiger Fallzahlen auf mehr als 407.000 Euro.
Bei den schweren Diebstählen – etwa Einbrüchen oder Bandendiebstählen – registrierte die Polizei 295 Fälle. Das sind 27,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Allerdings verursachten diese Delikte einen Gesamtschaden von mehr als zwei Millionen Euro und damit deutlich mehr als 2024.
Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche ging zurück. 64 Fälle wurden registriert, sieben weniger als im Vorjahr. Jeder dritte Einbruch blieb im Versuchsstadium stecken. Die Schadenssumme lag dennoch bei über 431.000 Euro.
Einen besonders starken Rückgang verzeichnete die Polizei bei Fahrraddiebstählen. Die Fallzahl sank von 122 auf 73 Delikte.
Weniger Gewalt, aber mehr schwere Fälle
Die Zahl der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit – darunter Körperverletzungen, Bedrohungen und Nötigungen – ging um 7,5 Prozent auf 832 Fälle zurück. Diese Deliktgruppe macht aber weiterhin fast ein Viertel aller Straftaten aus.
Die Körperverletzungsdelikte sanken um 11,3 Prozent auf 478 Fälle. Die Aufklärungsquote lag bei hohen 91,8 Prozent.
Zunahme gefährlicher Körperverletzung
Anders entwickelte sich die Gewaltkriminalität. Hier stieg die Zahl der Fälle um 7,2 Prozent auf 134 Delikte. Hintergrund ist vor allem die Zunahme gefährlicher Körperverletzungen von 92 auf 102 Fälle. Die Zahl der Raubdelikte sank dagegen von 17 auf 15 Fälle.
Sexualdelikte insgesamt rückläufig
Die Polizei registrierte 102 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Das entspricht einem Rückgang um 26,6 Prozent. Dennoch gab es in einzelnen Bereichen gegenläufige Entwicklungen: Die Zahl der Vergewaltigungen stieg von elf auf 15 Fälle, bei sexuellen Übergriffen und sexueller Nötigung wurden sieben Fälle registriert – fünf mehr als im Vorjahr.
Deutlich zurückgegangen sind dagegen Delikte im Zusammenhang mit der Verbreitung pornografischer Inhalte. Hier sank die Fallzahl von 99 auf 53.
Drogenkriminalität bricht ein
Einen der stärksten Rückgänge verzeichnete die Statistik bei der Rauschgiftkriminalität. Die Polizei registrierte nur noch 141 Fälle und damit 30,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Als wesentlichen Grund nennt die Polizei die Teillegalisierung von Cannabis zum 1. April 2024.
Weniger Betrug und Sachbeschädigungen
Auch die Vermögens- und Fälschungsdelikte gingen deutlich zurück. Die Polizei erfasste 434 Fälle, ein Minus von 20,5 Prozent. Die Schadenssumme lag bei rund 1,64 Millionen Euro.
Die Zahl der Sachbeschädigungen sank auf 386 Fälle und erreichte ebenfalls den niedrigsten Stand der vergangenen fünf Jahre.
Jugendkriminalität rückläufig
Die Zahl der tatverdächtigen Personen unter 21 Jahren ging um 12,9 Prozent auf 371 zurück. Gleichzeitig stieg die Zahl der tatverdächtigen Kinder unter 14 Jahren leicht auf 95. Insgesamt ermittelte die Polizei 1.705 Tatverdächtige.
Straßenkriminalität auf Fünfjahrestief
Auch die Straßenkriminalität entwickelte sich positiv. Mit 537 registrierten Fällen wurde der niedrigste Wert der vergangenen fünf Jahre erreicht. Gegenüber 2024 entspricht dies einem Rückgang um 24,7 Prozent.
Fazit
Die Kriminalstatistik 2025 zeichnet für den Bereich der Polizeiinspektion Germersheim insgesamt ein positives Bild. Die Zahl der Straftaten ist deutlich gesunken, während die Aufklärungsquote gestiegen ist. Rückgänge zeigen sich insbesondere bei Diebstählen, Betrugsdelikten, Sachbeschädigungen, Drogenkriminalität und Straßenkriminalität. Auffällig bleiben jedoch der Anstieg bei der Gewaltkriminalität sowie die Zunahme einzelner schwerer Sexualdelikte. Insgesamt registrierte die Polizei den niedrigsten Kriminalitätsstand seit mindestens fünf Jahren.
Die Polizei stellt Interessierten die vollständige Statistik unter folgendem Link als Download zur Verfügung: https://s.rlp.de/5clZird
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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