Zu viel Wein auf dem Markt: EU startet ungewöhnliche Hilfe für Winzer
- Krisendestillation für Rotwein und Rosé aus Rheinhessen und Baden-Württemberg möglich. (Symbolbild)
- Foto: Patrick Pleul/dpa/ZB
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Mainz. Für Winzer in Rheinhessen und Württemberg wird der Abbau von Übermengen bei Rotwein und Rosé finanziell erleichtert. In Mainz hat die neue rheinland-pfälzische Weinbauministerin Christine Schneider angekündigt, dass die EU die Krisendestillation fördert.
Gefördert werden 43 Cent je Liter. Hinzu kommen 16 Cent je Liter für Logistik- und Brennkosten. Zugelassen sind Weine des Jahrgangs 2025 und älter. Insgesamt stehen 14,16 Millionen Euro bereit. Das entspricht einer Höchstmenge von rund 24 Millionen Litern.
Start wohl im vierten Quartal
Die Antragsverfahren werden nach Angaben des Ministeriums vorbereitet. Wegen notwendiger gesetzlicher und technischer Vorarbeiten wird derzeit mit einem Start im vierten Quartal gerechnet. Wichtig ist dabei: Die Destillation darf erst nach Bewilligung des Antrags erfolgen. Wer Wein vorher destillieren lässt, erhält keine Förderung.
Die Europäische Kommission hat dem deutschen Antrag auf eine außergewöhnliche Marktintervention zugestimmt. Die Verordnung soll in der zweiten Augusthälfte veröffentlicht werden.
Alkohol nur für industrielle Zwecke
Der bei der Krisendestillation gewonnene Alkohol darf nach Angaben des Ministeriums ausschließlich industriell genutzt werden. Genannt werden etwa Desinfektionsmittel und Energie. Eine Verwendung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist nicht erlaubt.
Nach Darstellung Schneiders soll die Maßnahme den Markt kurzfristig entlasten und das bestehende Überangebot abbauen. Langfristig gehe es darum, Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen und den Absatz zu stärken.
Die Weinwirtschaft steht nach Einschätzung des Ministeriums weltweit unter Druck. Als Gründe nennt Schneider veränderte Konsumgewohnheiten, geopolitische Entwicklungen und deutlich gestiegene Produktionskosten. Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg hatten die Bundesregierung deshalb um einen Antrag bei der EU-Kommission gebeten. Interesse an der Maßnahme hätten die Anbaugebiete Rheinhessen und Württemberg gezeigt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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