Zement-Nachfrage bricht ein: Deutschland auf Vorkriegsniveau

Verbandschef von Achten: Verbrauch von Zement in Deutschland auf dem Niveau vor dem Zweiten Weltkrieg.  | Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Berlin. Der Einbruch im Bau trifft die Baustoffbranche hart. In Deutschland ist der Verbrauch von Zement laut Branchenverband inzwischen auf ein Niveau gefallen, das zuletzt vor dem Zweiten Weltkrieg erreicht wurde.

Die Baustoffindustrie steckt nach Einschätzung des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden in einer historischen Krise. Präsident Dominik von Achten sagte, die Entwicklung betreffe nahezu alle Bereiche, die Materialien für den Hoch und Tiefbau liefern.

Besonders deutlich zeigt sich die Lage beim wichtigsten Baustoff. Der Zementverbrauch liegt derzeit rund 30 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2020. Von Achten spricht von einer klaren Rezession in der Branche.

Wohnungsbau und Infrastruktur schwächeln

Die Gründe liegen vor allem in den hohen Baukosten und im weiterhin erhöhten Zinsniveau. Beides bremst den privaten Wohnungsbau deutlich. Auch öffentliche Infrastrukturprojekte sowie Investitionen in Industrie und Bürogebäude gehen zurück.

Nach Einschätzung des Verbands bleibt die Nachfrage im Inland vorerst schwach. Vor allem der Wohnungsbau kommt nur langsam wieder in Gang.

Genehmigungen steigen leicht

Zuletzt gab es jedoch erste Signale für eine mögliche Erholung. Die Zahl der Baugenehmigungen ist nach Angaben des Verbands um etwa zehn Prozent gestiegen. Zwischen Genehmigung und tatsächlichem Baubeginn liegen jedoch oft mehrere Monate.

Auch angekündigte staatliche Investitionen in Infrastruktur wirken bisher kaum auf die Baustoffindustrie. Mittel aus dem Sondervermögen der Bundesregierung sind zwar eingeplant. Der Verband rechnet damit, dass sich diese Gelder frühestens in der zweiten Jahreshälfte stärker in der Bautätigkeit bemerkbar machen. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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