Wohnungsnot in Rheinland-Pfalz: Sparkassen fordern mehr Geld und schnellere Förderung

Knapp 10.400 Beschäftigte gibt es in den 20 rheinland-pfälzischen Sparkassen. (Archivbild) | Foto: Soeren Stache/dpa
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Mainz. Für viele Menschen in Rheinland Pfalz bleibt bezahlbarer Wohnraum knapp. Der Sparkassenverband fordert deshalb von der neuen Landesregierung einfachere Förderprogramme und mehr Geld für Städte und Gemeinden.

Nach Ansicht des Verbands hat die finanzielle Lage vieler Kommunen direkte Folgen für Investitionen und Kredite. Verbandspräsident Thomas Hirsch erklärte in Mainz, steigende Sozialausgaben, sinkende Steuereinnahmen und ein hoher Investitionsbedarf setzten die Städte und Gemeinden stark unter Druck. Kommunen seien Träger der Sparkassen und zugleich wichtige Kreditnehmer und Investitionspartner.

Der Verband fordert daher eine dauerhaft bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen. Einzelne Förderprogramme reichten nicht aus. Nötig seien strukturelle Verbesserungen.

Wohnungsmarkt bleibt angespannt

Zwar gebe es erste Anzeichen für eine leichte Belebung am Wohnungsmarkt. Der Bedarf übersteige jedoch weiterhin deutlich das Angebot. Nach Angaben des Sparkassenverbandes fehlen im Land derzeit rund 135000 Wohnungen. Bis zum Jahr 2030 könnte die Lücke auf etwa 200000 Wohnungen anwachsen.

Auch beim Sozialwohnungsbau sieht der Verband Handlungsbedarf. Der Bestand liegt aktuell bei rund 36000 Wohnungen. Das sind etwa 10000 weniger als noch im Jahr 2024. Bis 2030 werde jedoch etwa die doppelte Zahl benötigt.

Hirsch fordert deshalb einfachere Regeln bei der Förderung. Der Weg durch den Förderdschungel müsse deutlich übersichtlicher werden. Programme sollten stärker an den Lebensrealitäten der Menschen ausgerichtet sein. Zudem brauche es mehr Digitalisierung und schnellere Genehmigungsverfahren.

Kritik an fehlender Finanzbildung

Kritik äußerte der Verband auch am Koalitionsvertrag von CDU und SPD. Das Thema finanzielle Bildung komme darin nicht vor. Dabei sei der Umgang mit Geld eine wichtige Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe.

Wer jungen Menschen früh vermittle, wie sie mit Geld umgehen, stärke Eigenverantwortung und finanzielle Sicherheit. Für Sparkassen gehöre diese Bildungsarbeit zum öffentlichen Auftrag.

Die 20 Sparkassen in Rheinland Pfalz verzeichneten im vergangenen Jahr eine Bilanzsumme von 75,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 1,1 Prozent. Das Kundenkreditvolumen stieg um 1,3 Prozent auf 54,3 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Beschäftigten legte leicht zu und erreichte 10362 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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