Warnung zur Stahlpolitik in Deutschland: IG Metall sieht Jobs bedroht

Die Stahlbranche in Deutschland steckt tief in der Krise (Archivbild) | Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Frankfurt. Für Beschäftigte in der Stahlindustrie geht es um Planungssicherheit und Arbeitsplätze. Die Gewerkschaft IG Metall warnt vor Rückschritten beim Umbau zur klimaneutralen Produktion und sieht zehntausende Jobs gefährdet.

Sollte der europäische Emissionshandel aufgeweicht werden, könnten Unternehmen benachteiligt werden, die bereits in klimafreundliche Produktion investieren. „Es muss das klare Signal geben: Wir stehen zum Geschäftsmodell grüner Stahl“, sagte IG Metall Vize Jürgen Kerner in Frankfurt.

Die Politik hat für den Umbau der Branche rund acht Milliarden Euro Fördermittel zugesagt. Nach Ansicht der Gewerkschaft brauchen Firmen jetzt verlässliche Rahmenbedingungen. Zu den Vorreitern zählen etwa Salzgitter und Saarstahl, die bereits Anlagen für klimafreundlicheren Stahl planen oder bauen.

Kerner warnt vor Folgen für Beschäftigte. Wenn Klimavorgaben nun zurückgenommen würden, gehe es nicht nur um eingesetztes Steuergeld. „Da sprechen wir über 20.000 Jobs.“

Krise in der deutschen Stahlindustrie

Die Branche steht seit Jahren unter Druck. Besonders betroffen sind Standorte in Nordrhein Westfalen, Niedersachsen und im Saarland. Mehrere Faktoren belasten die Unternehmen.

  • schwache Wirtschaft und sinkende Nachfrage
  • US Zölle auf Stahl
  • Billigimporte vor allem aus Asien

2025 sank die Produktion auf 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl. Das ist der niedrigste Wert seit der Finanzkrise 2009. Gleichzeitig kostet der Umbau zu „grünem“ Stahl viel Geld. Neue Anlagen sollen zunächst mit Erdgas und später mit Wasserstoff betrieben werden.

Streit um Emissionshandel in der EU

Im Juli will die EU Kommission Vorschläge zur Reform des Emissionshandels vorlegen. Teile der Industrie und der Politik fordern Erleichterungen beim Handel mit CO2 Zertifikaten, um Unternehmen finanziell zu entlasten.

Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger warnte bereits in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz vor einer Rolle rückwärts beim Klimaschutz. Der Umbau der heimischen Stahlindustrie dürfe nicht gefährdet werden.

Kundgebungen der Beschäftigten geplant

Die IG Metall will den Druck auf die Bundesregierung erhöhen. Für Freitag, 12. Juni, sind Kundgebungen geplant.

  • Berlin. Treffen von Beschäftigten aus rund 30 Stahlbetrieben mit etwa 1000 Teilnehmern
  • Völklingen im Saarland. Weitere Kundgebung mit mehreren tausend erwarteten Teilnehmern

Nach Ansicht der Gewerkschaft hat die Politik bereits wichtige Schritte unternommen. Dazu zählen ein geplanter Industriestrompreis und höhere EU Zölle gegen Billigimporte. Dennoch sei der Umbau der Branche noch nicht gesichert. „Das Glas ist erst halb voll“, sagte Kerner. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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