Warnung vor Minijob-Aus in Freiburg: Bauernpräsident kritisiert Reform

Bauernpräsident Joachim Rukwied warnt vor einem Aus für Minijobs.  | Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
  • Bauernpräsident Joachim Rukwied warnt vor einem Aus für Minijobs.
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Freiburg. Eine mögliche Abschaffung von Minijobs sorgt in der Landwirtschaft für scharfe Kritik. Bauernpräsident Joachim Rukwied warnt, dass viele Betriebe auf diese Form der Beschäftigung angewiesen sind. Beim Deutschen Bauerntag in Freiburg bezeichnete er entsprechende Reformideen als „wirtschaftlichen Unsinn“.

Hintergrund sind Vorschläge einer Kommission für eine Rentenreform der schwarz roten Koalition. Diese sehen unter anderem vor, Minijobs mit einem monatlichen Verdienst von bis zu 603 Euro abzuschaffen.

Rukwied betonte, dass Minijobber in der Landwirtschaft häufig Menschen seien, die bereits eine sozialversicherungspflichtige Arbeit hätten. Sie würden Betriebe vor allem in arbeitsintensiven Zeiten unterstützen, etwa während der Ernte. Viele helfen dann kurzfristig aus und übernehmen Aufgaben wie das Fahren von Mähdreschern.

Kritik an möglichen Kürzungen bei EU-Agrargeldern

Der Bauernpräsident kritisierte außerdem mögliche Einschnitte bei der künftigen EU-Agrarfinanzierung. Kürzungen „mit der Machete“ würden die Betriebe stark belasten.

Zugleich forderte er von der Bundesregierung eine Verlängerung des Tankrabatts für Diesel. Die Entlastung läuft Ende Juni aus. Aus Sicht des Bauernverbands sollte sie über die laufende Erntezeit bis Ende November verlängert werden. Gerade jetzt steige der Spritverbrauch in der Landwirtschaft deutlich.

Auch beim gesetzlichen Mindestlohn verlangt der Verband Ausnahmen für Saisonarbeitskräfte. Für diese Gruppe solle ein Abschlag von 20 Prozent gelten. Um die Tierhaltung zu sichern, fordert Rukwied zudem ein Sofortprogramm von 200 Millionen Euro für Sauenhalter.

Mehr Unterstützung für Tierhaltung gefordert

Baden Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir forderte in einem Grußwort ebenfalls stärkere Unterstützung für landwirtschaftliche Betriebe mit Tierhaltung. Wenn für andere Projekte Geld aus Sondervermögen bereitstehe, müsse es auch Mittel für eine dauerhafte Zukunft der Tierhaltung geben.

Rukwied warb außerdem dafür, das „riesige Potenzial“ der Bioenergie stärker zu nutzen. Kritik äußerte er an der Energiepolitik des Bundeswirtschaftsministeriums. Dort werde aus seiner Sicht zu stark auf große Konzerne gesetzt.

Zum Abschluss des Bauerntags wird Bundesagrarminister Alois Rainer am Donnerstag, 25. Juni, in Freiburg erwartet. Die Tagung findet in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage für viele Betriebe statt. Nach Angaben des Bauernverbands sorgen niedrige Erzeugerpreise und zugleich hohe Kosten für Energie und Dünger derzeit bei zahlreichen Höfen für rote Zahlen. „Es rechnet sich nicht mehr“, sagte Rukwied. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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