Vom Studium ins Handwerk: Warum immer mehr junge Menschen umdenken

Der stark expandierende KI-Einsatz in der Berufswelt führt Experten zufolge zu einer Neubewertung des Handwerks. (Symbolbild) | Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Koblenz. Im Handwerk rund um Koblenz werden wieder mehr Ausbildungsverträge unterschrieben. Ein landesweiter Trend in Rheinland Pfalz ist jedoch noch nicht eindeutig erkennbar.

Nach Angaben der Handwerkskammer Koblenz steigt die Zahl neuer Ausbildungsverträge seit drei Jahren kontinuierlich. 2024 wurden 765 Verträge abgeschlossen. 2025 waren es 788. Im laufenden Jahr 2026 stieg die Zahl auf 826.

Bei den freien Ausbildungsplätzen habe es in diesem Zeitraum keine besonderen Auffälligkeiten gegeben. Gleichzeitig zeigen Zahlen der Regionaldirektion Rheinland Pfalz Saarland der Bundesagentur für Arbeit ein weitgehend stabiles Bild bei ausbildungsinteressierten Jugendlichen.

Corona-Zeit brachte Umdenken

Nach Einschätzung der Handwerkskammer begann ein Teil der Entwicklung bereits während der Corona Pandemie. Viele Studierende hätten Online Studiengänge als unattraktiv und unpersönlich erlebt. Einige Studienabbrecher orientierten sich deshalb neu und entschieden sich für eine Ausbildung im Handwerk.

Auch technische Entwicklungen spielen laut Kammer eine Rolle. Künstliche Intelligenz werde im Handwerk zunehmend als modernes Werkzeug wahrgenommen. Sie könne die praktische Arbeit jedoch nicht ersetzen. "KI gehört hier in den Werkzeugkasten, sitzt aber nicht auf dem Stuhl des Arbeitsplatzes", erklärte ein Sprecher. Viele Tätigkeiten blieben langfristig menschliche Arbeit. Das schaffe zusätzliche Zukunftssicherheit.

Ein weiterer Grund für das Interesse sei das sichtbare Ergebnis der Arbeit am Ende eines Tages. Besonders gefragt seien Berufe, bei denen dieses Ergebnis unmittelbar erkennbar ist.

  • Dachdecker
  • Zimmerer
  • Tischler
  • Elektriker
  • Bäcker
  • Konditoren
  • Fleischer

Interesse insgesamt eher stabil

Die Bundesagentur für Arbeit zeichnet für Rheinland Pfalz insgesamt ein etwas anderes Bild. Im Berufsberatungsjahr 2025 2026 wurden im April rund 15700 ausbildungsinteressierte Jugendliche gezählt. Das sind 4,6 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Wert liegt jedoch leicht über dem Niveau von 2023 2024.

Damit ergibt sich derzeit eher eine stabile Entwicklung ohne klaren Auf oder Abwärtstrend.

Bei den Wunschberufen der Jugendlichen stehen seit Jahren ähnliche Tätigkeiten vorne.

  • Kaufleute für Büromanagement
  • Verkäuferinnen und Verkäufer
  • Kfz Mechatroniker für Pkw Technik

Veränderungen in dieser Rangliste habe es in den vergangenen drei Jahren nicht gegeben. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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