Verkehr am Brennerpass läuft wieder an: Tirol warnt vor Stau

Tausende demonstrierten gegen die Umweltbelastungen durch den Transitverkehr | Foto: Jason Tschepljakow/dpa
  • Tausende demonstrierten gegen die Umweltbelastungen durch den Transitverkehr
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Tirol. Nach der Aufhebung einer achtstündigen Sperre am Brennerpass könnte es am Sonntag, 31. Mai, wieder deutlich mehr Verkehr geben. Der österreichische Autofahrerclub ÖAMTC rechnet rund um den wichtigsten Alpenübergang mit starkem Transitverkehr.

Auch das Land Tirol warnt vor möglichen Problemen auf der meistbefahrenen Nord Süd Verbindung über die Alpen. Nach Angaben der Behörden nimmt der Transitverkehr seit dem Morgen wieder zu.

Autobahnsperre blieb ohne Verkehrschaos

Am Samstag, 30. Mai, war der gesamte Brennerkorridor für rund acht Stunden gesperrt. Hintergrund war eine Demonstration gegen die Belastungen durch den Transitverkehr.

Die Polizei zog danach eine überraschend ruhige Bilanz. Viele Autofahrer hätten sich an den dringenden Rat gehalten, an diesem Tag nicht über Tirol nach Italien zu fahren. Ein großes Verkehrschaos blieb aus. An der gesperrten Strecke mussten lediglich 219 Lastwagen zurückgewiesen werden.

Protest gegen Lärm, Feinstaub und Staus

Rund 5000 Menschen demonstrierten direkt auf der Autobahn gegen Lärm, Feinstaub und die tägliche Verkehrsbelastung im Wipptal. Viele Teilnehmer reisten mit der Bahn oder mit Fahrrädern an.

Für die etwa 15000 Bewohner des Tals brachte die Sperre eine ungewohnte Ruhe. Viele nutzten die Stunden ohne Staus und Durchgangsverkehr.

Nach Angaben des Autobahnbetreibers Asfinag nutzten im Jahr 2025 fast 11 Millionen Autos und rund 2,5 Millionen Lastwagen die mautpflichtige Brennerautobahn. Der Verkehrsclub VCÖ berechnete zudem, dass im vergangenen Jahr fast dreimal so viele Lastwagen über den Brenner fuhren wie über alle Alpen Transitstrecken der Schweiz zusammen.

150 Millionen Euro für Lärmschutz geplant

Österreichs Verkehrsminister Peter Hanke kündigte nach dem Protest zusätzliche Investitionen an. In den kommenden Jahren sollen rund 150 Millionen Euro in den Lärmschutz entlang des Brennerkorridors fließen.

Tirols Ministerpräsident Anton Mattle forderte zugleich eine europäische Lösung. Der Brennerkorridor sei nicht nur eine Verkehrsroute, sondern auch ein Lebensraum. Mattle sprach sich für eine Korridormaut, ein intelligentes Verkehrsmanagement und eine stärkere Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene aus.

Streit über Transit vor dem EU Gerichtshof

Der Konflikt um den Alpentransit beschäftigt auch die europäische Justiz. Italiens Regierung klagt vor dem Europäischen Gerichtshof gegen Tiroler Maßnahmen wie Nachtfahrverbote, Wochenendfahrverbote und die sogenannte Blockabfertigung für Lastwagen.

Am Mittwoch, 16. Juli, wird der Schlussantrag des Generalanwalts erwartet. Ein endgültiges Urteil könnte im Herbst oder Anfang des kommenden Jahres folgen. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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