Tarifstreit in Hessen: Arbeitgeber lehnen 5 Prozent mehr Lohn ab
- Die Trillerpfeifen liegen schon bereit: Ab November könnten in der Metall- und Elektroindustrie Warnstreiks starten. (Symbolbild)
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Hessen. Für rund 360.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie im Tarifgebiet Mitte ist zum Auftakt der Tarifrunde keine Einigung in Sicht: Die Arbeitgeber haben die Forderung der IG Metall nach 5 Prozent mehr Geld strikt zurückgewiesen.
Das Tarifgebiet Mitte umfasst Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Arbeitgeber-Verhandlungsführer Ralph Wangemann nannte die Forderung „völlig unrealistisch“. Sie würde die Wettbewerbs- und Investitionskrise der Unternehmen verschärfen und Arbeitsplätze gefährden.
Die Arbeitgeber verweisen auf ein drohendes drittes Rezessionsjahr in Folge. Seit 2018 seien bundesweit rund 350.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen. Ein Tarifabschluss müsse deshalb Kosten senken und den Standort stärken.
IG Metall sieht wirtschaftliche Aufhellung
Die Gewerkschaft bewertet die Lage weniger pessimistisch. Auftragseingänge hätten zugenommen, das leichte Wachstum habe sich stabilisiert. Zugleich bleibe der private Konsum schwach.
Die IG Metall fordert für die Beschäftigten 5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem will sie über den Schutz von Arbeitsplätzen und Standorten verhandeln. In besonders erfolgreichen Unternehmen sollen Beschäftigte nach dem Willen der Gewerkschaft am Gewinn beteiligt werden.
- Die zweite Verhandlungsrunde ist für Mittwoch, 28. Oktober, geplant.
- Bis dahin gilt die Friedenspflicht.
- Ab Sonntag, 1. November, sind Warnstreiks möglich.
Vor den ersten Gesprächen demonstrierten nach Gewerkschaftsangaben rund 600 Mitglieder für die Forderungen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |