Tarifstreit im Südwesten: IG Metall stellt sich auf Härte ein
- Bald wehen wieder die roten Fahnen der IG Metall. (Archivbild)
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Rheinland-Pfalz. Für Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie im Südwesten könnte der Herbst unruhig werden: Die IG Metall Mitte rechnet mit einer harten Tarifrunde und schließt Arbeitskampfmaßnahmen ausdrücklich nicht aus.
Der Bezirkschef der IG Metall Mitte, Jörg Köhlinger, sieht die Stimmung in vielen Betrieben deutlich angespannt. Die Beschäftigten fühlten sich „in die Zange genommen von Politik und Arbeitgebern“, sagte er. Hintergrund sind Debatten über Sozialleistungen, Forderungen nach längeren Arbeitszeiten und der Druck auf Standorte in der Industrie.
Warnstreiks ab November möglich
Die IG Metall verhandelt ab Oktober für rund 3,7 Millionen Beschäftigte der deutschen Metall- und Elektroindustrie über neue Entgelt-Tarifverträge. Eine Forderung will die Gewerkschaft im September festlegen. Eine Nullrunde werde es nicht geben, kündigte Köhlinger an. Warnstreiks sind ab November möglich.
Für den Bezirk Mitte geht es um rund 360.000 Beschäftigte in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie um rund 28.000 Metallerinnen und Metaller in Thüringen. Die regional geführten Verhandlungen haben damit auch für viele Betriebe im Südwesten große Bedeutung.
Druck in Autoindustrie und Zulieferbetrieben
Besonders angespannt ist die Lage nach Einschätzung der Gewerkschaft in der Automobilindustrie und bei Zulieferern. Auch andere Sparten stehen unter Druck. Der Maschinenbau sei zwar ebenfalls betroffen, komme derzeit aber etwas besser durch die Krise als die Autoindustrie.
Köhlinger sprach von einer tiefgreifenden Krise der Industrie. Es gehe nicht nur um eine schwache Konjunktur, sondern um strukturelle Fragen für Standorte, Investitionen und Beschäftigung. Aus Sicht der Gewerkschaft müssen Arbeitgeber wieder einen verlässlichen Kurs für die deutschen Standorte einschlagen.
Die wichtigsten Punkte für Beschäftigte und Betriebe:
- Die Forderung der IG Metall soll im September festgelegt werden.
- Die Entgeltverhandlungen beginnen ab Oktober.
- Warnstreiks können ab November folgen.
- Ein bundesweiter Aktionstag zur Lage der Autoindustrie ist für Montag, 21. September, geplant.
Gewerkschaft kritisiert Forderungen nach Mehrarbeit
Köhlinger kritisierte Forderungen von Unternehmern und Konzernmanagern nach längeren Arbeitszeiten und niedrigeren Sozialkosten. Wenn Arbeitgeber solche Forderungen ernst meinten, müssten sie aus seiner Sicht den Manteltarifvertrag aufkündigen. Das würde nach Einschätzung des Gewerkschafters die Auseinandersetzung weiter verschärfen.
Die IG Metall stellt ihre Tarifbewegung damit früh auf einen konfliktträchtigen Herbst ein. Für die Beschäftigten stehen nach Darstellung der Gewerkschaft neben höheren Entgelten vor allem sichere Arbeitsplätze und verlässliche Perspektiven für die Standorte im Mittelpunkt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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