Tarifforderung in Mainz: IG Metall will fünf Prozent mehr
- Verhandelt wird für Beschäftigte in der Autoindustrie, im Maschinenbau sowie in Metallbearbeitung und Elektrotechnik. (Symbolbild)
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Mainz. Für 388.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen geht es um fünf Prozent mehr Geld. Der IG-Metall-Bezirk Mitte hat diese Forderung nach Beratungen der regionalen Tarifkommissionen in Mainz beschlossen.
Die Gewerkschaft will außerdem in Betrieben mit guter wirtschaftlicher Lage eine tarifliche Gewinnbeteiligung erreichen. Verhandelt werden soll auch über die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten in den vier Bundesländern.
Was die IG Metall fordert
Der neue Tarifvertrag soll nach Vorstellung der Gewerkschaft zwölf Monate laufen. Für Beschäftigte in Autoindustrie, Maschinenbau, Metallbearbeitung und Elektrotechnik stehen damit mehrere Punkte im Mittelpunkt:
- Entgelt: fünf Prozent mehr Geld für die Beschäftigten
- Gewinnbeteiligung: zusätzliche Regelungen für wirtschaftlich starke Betriebe
- Beschäftigung: Gespräche über die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten
- Laufzeit: ein Tarifvertrag über zwölf Monate
Der Bezirksleiter der IG Metall Mitte, Jörg Köhlinger, sprach von einer herausfordernden wirtschaftlichen Lage. Die Arbeitgeber führten aus Sicht der Gewerkschaft einen abgestimmten Kampf gegen tarifliche Standards. Köhlinger sagte nach den Beratungen in Mainz: „Wir müssen uns auf eine kämpferische Runde einstellen und uns gegen massive Angriffe wehren.“
Arbeitgeber weisen Forderung zurück
Der Arbeitgeberverband Hessenmetall kritisierte die Forderung deutlich. Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert warnte mit Blick auf bereits hohe Produktionskosten vor einer Vertreibung der Industrie aus Hessen und Deutschland. Die Forderung nach fünf Prozent gehe „völlig an der Realität vorbei“ und wäre aus Sicht des Verbandes ein „Brandbeschleuniger“.
Diese Termine stehen jetzt an
Am Mittwoch, 23. September, will der Vorstand der IG Metall in Frankfurt die Forderung für insgesamt etwa 3,7 Millionen Beschäftigte der deutschen Metall- und Elektroindustrie bekanntgeben. Grundlage sind die Rückmeldungen aus den regionalen Tarifkommissionen.
Erste Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden sind ab Mittwoch, 7. Oktober, geplant. Für den Bezirk Mitte ist die erste Runde mit den Arbeitgebern der Mittelgruppe am Freitag, 9. Oktober, in Frankfurt angesetzt. Am Montag, 12. Oktober, verhandelt die IG Metall mit den Arbeitgebern in Thüringen in Erfurt. Warnstreiks sind ab November möglich.
Nicht Teil dieser Tarifrunde sind die Beschäftigten der Volkswagen AG. Für den Konzern gilt ein eigener Haustarifvertrag, der zum Jahresende ausläuft. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |