Stahl-Protest in Berlin: IG Metall warnt vor dem Verlust Tausender Jobs
- Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich rund 1.700 Beschäftigte aus mehr als 40 Betrieben an den Aktionen.
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Berlin. Die Krise der deutschen Stahlindustrie könnte viele Arbeitsplätze betreffen. Bei einer Kundgebung in Berlin haben Beschäftigte und Gewerkschaft mehr politische Unterstützung gefordert.
Unter dem Motto „Stahl hat Zukunft – bei uns!“ zogen am Donnerstag, 12. Juni, rund 1700 Beschäftigte aus mehr als 40 Betrieben vom Brandenburger Tor zum Bundeswirtschaftsministerium. Die IG Metall wollte damit auf die schwierige Lage der Branche aufmerksam machen.
Besonders stark vertreten ist die Stahlindustrie in Nordrhein Westfalen, Niedersachsen und im Saarland. Damit betrifft die Entwicklung auch viele Arbeitsplätze im Südwesten und in angrenzenden Industrieregionen.
Produktion auf niedrigstem Stand seit der Finanzkrise
Die Branche leidet derzeit unter mehreren Problemen. Nach Angaben der Industrie sank die Produktion 2025 auf 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl. Das ist der niedrigste Wert seit der Finanzkrise 2009.
Zu den wichtigsten Belastungen zählen
- schwache Konjunktur
- hohe US Zölle auf Stahlimporte
- starke Konkurrenz durch günstigen Stahl aus Asien
- hohe Energiepreise in Europa
Die IG Metall fordert deshalb zusätzliche Unterstützung durch die Bundesregierung.
Gewerkschaft fordert Hilfe für klimafreundlichen Umbau
Nach Ansicht der Gewerkschaft steht zugleich der Umbau zu klimafreundlicher Produktion auf dem Spiel. Stahlwerke sollen künftig deutlich weniger CO₂ ausstoßen und langfristig klimaneutral arbeiten.
„Wir wollen grünen Stahl produzieren. Doch die Politik muss konsequent die Möglichkeit dafür schaffen“, sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Kerner.
Kritik richtet sich auch gegen mögliche Änderungen am europäischen Emissionshandel. Die EU will das System im Juli überprüfen. Kerner warnte, eine Abschwächung könne „Zehntausende Arbeitsplätze ins Risiko treiben“.
Unterstützung aus der Politik
Unterstützung erhielten die Demonstrierenden von der Linken Vorsitzenden Ines Schwerdtner und dem Grünen Parteichef Felix Banaszak. Beide betonten die Bedeutung der Stahlindustrie für Wirtschaft und Infrastruktur.
Die Bundesregierung hat bereits einen Industriestrompreis für energieintensive Branchen auf den Weg gebracht. Zudem beschlossen EU Staaten Schutzmaßnahmen gegen besonders günstige Stahlimporte. Der IG Metall gehen diese Schritte jedoch nicht weit genug. Sie kritisiert, dass der Strompreis zeitlich befristet ist und nur begrenzte Entlastung bringt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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