Sparplan bei VW: Zukunft des Standorts Neckarsulm bleibt ungewiss
- Stellenabbau und mögliche Werksschließungen könnten VW Milliarden kosten. (Archivbild)
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Neckarsulm. Für Beschäftigte, Pendler und Zulieferer in Neckarsulm bleibt die Zukunft des Audi-Standorts unsicher: Volkswagen kalkuliert einem Bericht zufolge mit hohen Kosten für Stellenabbau und mögliche Werksschließungen in Deutschland. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ könnten sich die Belastungen auf bis zu 16 Milliarden Euro summieren.
Der Bericht beruft sich auf den Aufsichtsratsbeschluss von Anfang September und weitere interne Dokumente. Demnach rechnet VW allein für den geplanten Abbau Zehntausender Stellen bis zum Ende des Jahrzehnts mit bis zu 10 Milliarden Euro. Das Geld soll unter anderem für Altersteilzeit, Abfindungen und Sozialpläne eingeplant sein.
Welche Kosten laut Bericht im Raum stehen
Der Konzernumbau betrifft mehrere Standorte. Ein VW-Sprecher wollte die genannten Zahlen nicht kommentieren.
- Stellenabbau: Bis zu 10 Milliarden Euro sollen laut Bericht für Altersteilzeit, Abfindungen und Sozialpläne vorgesehen sein.
- Emden und Zwickau: Für eine mögliche Einstellung der Autoproduktion im Jahr 2031 veranschlagt das Management demnach zusammen rund 2 Milliarden Euro.
- Hannover und Neckarsulm: Für das Nutzfahrzeugwerk Hannover und den Audi-Standort Neckarsulm kalkuliere VW laut Bericht jeweils mit etwa 2 Milliarden Euro.
- Ausgleich der Kosten: Schon Anfang 2037 könnten laut Kalkulation unter anderem eingesparte Gehälter die Belastungen wieder ausgeglichen haben.
Wie realistisch diese Rechnung ist, blieb zunächst offen. Arbeitnehmervertreter gehen laut Bericht von deutlich höheren Kosten aus. Als Vergleich gilt die geschlossene Audi-Fabrik in Brüssel. Das Aus des Werks mit etwas mehr als 3000 Beschäftigten belastete Audi mit rund 1,6 Milliarden Euro. An den nun genannten Standorten arbeiten deutlich mehr Menschen.
VW will Rendite deutlich steigern
Der Aufsichtsrat hatte Anfang September einstimmig einem „Zukunftsplan“ des Vorstands zugestimmt. Nach Darstellung des Konzerns soll Volkswagen dadurch robuster und wettbewerbsfähiger werden. Es handele sich um das „tiefgreifendste Transformationsprogramm“ in der Geschichte des Autobauers.
Ein zentrales Ziel ist eine deutlich bessere Rendite. Von 100 Euro Umsatz sollen bis zum Ende des Jahrzehnts 9 Euro als operativer Gewinn übrig bleiben. Zum Halbjahr waren es 3,80 Euro. Dafür will der Vorstand die Kosten senken und den Konzern effizienter aufstellen.
Geplant ist unter anderem der Abbau von 50.000 Stellen zusätzlich zu bisherigen Vorhaben. Etwa die Hälfte könnte Deutschland betreffen. Konkrete Programme müssen jedoch noch mit den Arbeitnehmervertretern ausgehandelt werden.
Keine Schließungen beschlossen
Für die Werke in Emden, Zwickau und Hannover sowie den Audi-Standort Neckarsulm sieht der Vorstand derzeit keine wettbewerbsfähige Folgebelegung. Der Aufsichtsrat nahm dies zur Kenntnis. Beschlossen sind Werksschließungen aber nicht.
Bis Mitte 2027 soll ein Konzept für eine wettbewerbsfähige europäische Produktionsstruktur vorliegen. Für die vier Standorte werden parallel alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft. Für Neckarsulm bedeutet das: Die Entscheidung über die langfristige Perspektive bleibt offen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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