Protesttag bei Porsche in Stuttgart: VW-Sparkurs sorgt für Druck
- Neue Sparpläne bei VW verunsichern die Belegschaft. (Archivbild)
- Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Stuttgart. Der verschärfte Sparkurs bei Volkswagen hat am Donnerstag, 9. Juli auch Folgen für Beschäftigte im Südwesten: Die IG Metall ruft an mehreren Standorten des Konzerns zu Protestaktionen auf. In Stuttgart und Weissach sind an den Porsche-Standorten Autokorsos geplant, in Neckarsulm ist bei Audi eine Aktion vor dem Werkstor angekündigt.
Aktionen in mehreren Werken angekündigt
Anlass ist die Aufsichtsratssitzung von Volkswagen in Wolfsburg am Donnerstag, 9. Juli. Dort wird über mögliche weitere Einschnitte beraten. Nach Angaben der Gewerkschaft soll es bundesweit an allen Konzernstandorten Aktionen geben.
- In Stuttgart und Weissach plant die IG Metall Autokorsos an den Porsche-Standorten
- In Neckarsulm ist eine Protestaktion vor dem Audi-Werkstor vorgesehen
- In Wolfsburg ist eine Kundgebung am Vorstandshochhaus geplant
- Weitere Aktionen sind unter anderem in Emden, Zwickau, Hannover, Kassel, Ingolstadt, München, Nürnberg, Salzgitter und bei Cariad angekündigt
Keine Warnstreiks bei VW
Die IG Metall betont, dass es sich nicht um einen Arbeitskampf handelt. Geplant seien Informations- und Protestveranstaltungen. Für Volkswagen gelte weiter die Friedenspflicht. Arbeitsniederlegungen sind daher zunächst nicht vorgesehen.
IG-Metall-Chefin Christiane Benner wertete die Aktionen als klares Signal an den Vorstand. Die Beschäftigten hätten mit der Tarifeinigung Ende 2024 bereits ihren Beitrag geleistet. Nun brauche es aus Sicht der Gewerkschaft Konzepte, wie die Werke ausgelastet werden können.
Berichte über deutlich schärfere Sparpläne
Hintergrund sind Berichte über eine mögliche Verschärfung des VW-Sparkurses. Nach Informationen des „Manager Magazins“ könnten weltweit bis zu 100.000 Stellen wegfallen. Das wären deutlich mehr als bisher bekannt. Genannt wurden zudem die Standorte Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm als Werke, denen perspektivisch die Schließung drohen könnte. Der „Spiegel“ berichtete, die Fahrzeugproduktion dort könnte bis Ende 2034 auslaufen.
Volkswagen selbst bestätigte bislang nur, dass der Vorstand intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens arbeitet. Details nannte der Konzern nicht. Ziel sei eine umfassende Transformation.
Widerstand im Aufsichtsrat erwartet
Bei der Sitzung am Donnerstag, 9. Juli wird ein heftiger Konflikt erwartet. IG Metall und Betriebsrat haben Widerstand gegen mögliche Werksschließungen angekündigt. Auch das Land Niedersachsen lehnt solche Schritte ab. Das Bundesland ist mit 20 Prozent an VW beteiligt und hat im Aufsichtsrat erheblichen Einfluss.
Sollten Vorschläge im Aufsichtsrat scheitern, gibt es Medienberichten zufolge bereits Überlegungen für eine außerordentliche Hauptversammlung. Dort könnten die Aktionäre über das weitere Vorgehen entscheiden.
Stellenabbau läuft bereits
Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen. Weitere Stellen betreffen Töchter wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben nach Konzernangaben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.
Zuletzt hatte es auch bei Mercedes-Benz Proteste gegen Sparpläne gegeben. Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich am Freitag, 3. Juli, bundesweit mehr als 33.000 Beschäftigte. Auch im VW-Werk Emden protestierten bereits mehr als 4.000 Mitarbeiter gegen den Kurs des Konzerns. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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