Proteste in Stuttgart und Neckarsulm: Sparkurs bei Autobauern
- Es gibt Protest für die Erhaltung des Audi-Werks in Neckarsulm.
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Stuttgart. Für viele Beschäftigte der Autoindustrie im Südwesten wächst die Sorge um Jobs, Arbeitszeit und Einkommen. In Stuttgart und Neckarsulm hat die IG Metall deshalb mit Protesten auf Sparpläne bei großen Autobauern reagiert.
Im Mittelpunkt standen am Donnerstag Aktionen bei Audi in Neckarsulm und bei Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen. Nach Angaben der Gewerkschaft war bei Audi eine Kundgebung mit mehr als 500 Teilnehmern geplant. Bei Porsche kamen demnach spontan rund 250 Beschäftigte zu einer Protestkundgebung zusammen.
Özdemir warnt vor Folgen für Neckarsulm
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir setzt sich für den Erhalt des Audi-Standorts in Neckarsulm mit rund 15.000 Beschäftigten ein. In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief an Volkswagen-Chef Oliver Blume warnt er, ein Rückzug von Audi aus Neckarsulm wäre ein fatales politisches Signal. Zudem hingen an dem Werk viele weitere Arbeitsplätze bei Zulieferern in der Region.
Hintergrund sind Berichte über mögliche weitere Einschnitte im Volkswagen-Konzern. Der VW-Aufsichtsrat wollte am Donnerstag über neue Sparpläne des Vorstands beraten. IG Metall und Betriebsrat hielten mit einem bundesweiten Aktionstag an allen Konzernstandorten dagegen.
Berichte über Werksschließungen und Stellenabbau
Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, ein neues „Zielbild 2030“ für den Konzern zu erarbeiten und den Sparkurs zu verschärfen. Laut „Manager Magazin“ könnten weltweit bis zu 100.000 Stellen wegfallen. Nach einem Bericht des „Spiegel“ könnten in Deutschland vier Werke betroffen sein:
- VW in Hannover
- VW in Emden
- VW in Zwickau
- Audi in Neckarsulm mit möglichem Auslaufen der Produktion bis Ende 2034
Für den Südwesten ist vor allem Neckarsulm von Bedeutung. Dort würde ein Abbau nicht nur Audi-Beschäftigte treffen. Auch viele Zulieferbetriebe in der Region wären betroffen.
Autokorso in Stuttgart gegen Kürzungen
In Stuttgart beteiligten sich Beschäftigte von Porsche und Mercedes-Benz an einem Fahrzeugkorso mit mehr als 200 Autos. Die Aktion stand unter dem Motto „Jetzt zählt's! Vorfahrt für Solidarität“ und richtete sich gegen Sozialabbau sowie gegen Kürzungspläne bei den Unternehmen.
IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch sprach von einem doppelten Druck auf Beschäftigte. Sie verwies auf geplante Kürzungen bei Rente, Kranken- und Pflegeversicherung sowie auf Drohungen mit Stellenabbau und längeren Arbeitszeiten in der Industrie.
Auch bei Mercedes-Benz gibt es Streit um Einschnitte. Nach einem Schreiben an die Beschäftigten in Deutschland erhalten etwa 90.000 von rund 108.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die tarifliche Sonderzahlung im Juli nicht wie erwartet. Sie soll auf das kommende Jahr verschoben werden. Zudem will das Management mit dem Betriebsrat über längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich sprechen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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