Protest bei Mercedes in Sindelfingen: 20.000 Beschäftigte dabei
- Protest bei Mercedes-Benz in Sindelfingen.
- Foto: Marijan Murat/dpa
- hochgeladen von dpa content
Sindelfingen. Für viele Beschäftigte in der Autoindustrie im Südwesten geht es jetzt um Jobs, Einkommen und mögliche Einschnitte: In Sindelfingen haben rund 20.000 Beschäftigte von Mercedes-Benz protestiert. Die IG Metall sprach von mehr als 20.000 Teilnehmenden, Mercedes-Benz von 20.000. Die Gewerkschaft hatte bundesweit zu einem Aktionstag aufgerufen.
Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali sagte, die Belegschaft wolle deutlich machen, dass sie sich wehren könne. Wenn der Vorstand glaube, er könne die Beschäftigten „über den Tisch ziehen“, werde man zeigen, dass es so nicht weitergehe. Der Vorstand habe „jeglichen Verstand für die Beschäftigten verloren“, sagte Lümali.
Gewerkschaft kritisiert Management deutlich
Auch IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch richtete scharfe Worte an die Arbeitgeberseite. Das Management habe sich zu lange ausgeruht, während die Beschäftigten „Schicht für Schicht abgeliefert“ hätten. „Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen“, sagte Resch. Wer nicht hören wolle, müsse fühlen.
Das Mercedes-Werk in Sindelfingen wurde 1915 gegründet. Nach Angaben des Autobauers arbeiten dort mehr als 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Am Standort wird unter anderem die S-Klasse produziert. Im Südwesten sollten sich laut Gewerkschaft auch Beschäftigte von Porsche, Bosch, Mahle und Daimler Truck an verschiedenen Standorten beteiligen.
Tarifrunde im Südwesten: Diese Termine stehen an
Für Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie sind nun mehrere Daten wichtig. Die IG Metall will ihre Forderungen für Baden-Württemberg am Dienstag, 22. September, beschließen. Die erste Verhandlung ist für Mittwoch, 7. Oktober, in Ludwigsburg geplant.
- Dienstag, 22. September: Beschluss der Forderungen für Baden-Württemberg
- Mittwoch, 7. Oktober: Erste Verhandlung in Ludwigsburg
- Samstag, 31. Oktober: Ablauf der Entgelttarifverträge und Ende der Friedenspflicht
Nach dem Ende der Friedenspflicht könnte die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufrufen. Im Südwesten arbeiten nach Angaben der IG Metall derzeit rund 900.000 Menschen in der Metall- und Elektroindustrie. Gerade die Autoindustrie hatte zuletzt mit Gewinneinbrüchen zu kämpfen und mit Sparprogrammen reagiert. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |