Neues Rechenzentrum in Mainz: Abwärme für 20.000 Haushalte

Auf dem Gelände entstehen auch eine Großwärmepumpe, ein Batteriespeicher und eine neue Netzersatzanlage. | Foto: Lea Winkler/dpa
  • Auf dem Gelände entstehen auch eine Großwärmepumpe, ein Batteriespeicher und eine neue Netzersatzanlage.
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Mainz. Ein neues Rechenzentrum soll künftig nicht nur Daten verarbeiten, sondern auch Wärme für tausende Haushalte liefern. Auf der Ingelheimer Aue in Mainz steht das erste Gebäude eines großen Rechenzentrumsprojekts der Kraftwerke Mainz Wiesbaden kurz vor der Fertigstellung.

Der bunt gestaltete Bau ist Teil des Projekts „Green Rocks“. Insgesamt sind drei Gebäude geplant. Betreiber sehen darin ein Modell für eine stärker vernetzte Energie und Digitalinfrastruktur.

Abwärme soll ins Fernwärmenetz fließen

Beim Betrieb eines Rechenzentrums entsteht viel Wärme. In Mainz soll diese Energie nicht verloren gehen. Eine Großwärmepumpe speist die Abwärme in das Fernwärmenetz ein. Nach früheren Angaben könnten dadurch bis zu 20.000 Haushalte zusätzlich mit Wärme versorgt werden.

Zur Kühlung der Server wird Rheinwasser genutzt. Auf dem Gelände entstehen außerdem weitere Anlagen für die Energieversorgung.

  • Großwärmepumpe für die Nutzung der Abwärme
  • Batteriespeicher zur Stabilisierung der Stromversorgung
  • Neue Netzersatzanlage für Notfälle

Nach Angaben der Betreiber soll die Notstromversorgung ohne klassische Dieselaggregate auskommen. Bei Störungen wird zunächst die bestehende Kraftwerksinfrastruktur genutzt. Ergänzend ist eine eigene Netzersatzanlage geplant.

Teil der Klimastrategie bis 2045

Die Kraftwerke Mainz Wiesbaden sehen das Projekt als wichtigen Baustein für den Umbau des Standorts. Das Unternehmen strebt an, bis 2045 CO2 neutral zu arbeiten. Neue Technologien seien dafür entscheidend.

Mainz Oberbürgermeister Nino Haase bezeichnete die Ingelheimer Aue als „absoluten Zukunftsstandort“ für die Region Mainz Wiesbaden.

Die Inbetriebnahme erfolgt schrittweise. Ab Herbst können erste Kunden Server, Netzwerktechnik und Speicherhardware in das Gebäude bringen.

Der Branchenverband German Datacenter Association sieht in der Anlage ein Projekt mit bundesweitem Modellcharakter. Es verbinde Energieinfrastruktur, Digitalisierung und nachhaltige Standortentwicklung stärker als viele klassische Rechenzentren. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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