Milliarden für pünktlichere Züge: Das plant die Deutsche Bahn jetzt

DB InfraGO setzt auf Milliardeninvestitionen, neue Betriebsregeln und gebündelte Sanierungen. Ziel sind stabilere Abläufe und mehr Pünktlichkeit im deutschen Bahnnetz. | Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
  • DB InfraGO setzt auf Milliardeninvestitionen, neue Betriebsregeln und gebündelte Sanierungen. Ziel sind stabilere Abläufe und mehr Pünktlichkeit im deutschen Bahnnetz.
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Deutschland. Für Bahnreisende sollen sich Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit schrittweise verbessern. Die bundeseigene DB InfraGO will mit betrieblichen Änderungen und massiven Investitionen das überlastete Schienennetz stabilisieren.

Seit Jahren wächst der Bahnverkehr schneller als das Netz. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, ist der Personenverkehr seit der Bahnreform um fast die Hälfte gestiegen, der Güterverkehr hat sich nahezu verdoppelt. Die Folgen sind ein hochbelastetes Netz und spürbare Probleme im Alltag.

Milliardeninvestitionen als Basis

Gemeinsam mit dem Bund fließen inzwischen jährlich mehr als 20 Milliarden Euro in Schienen und Bahnhöfe. Allein 2026 sind über 23 Milliarden Euro für Sanierung und Instandhaltung vorgesehen. Ziel ist nicht die Reparatur einzelner Schwachstellen, sondern eine grundlegende Modernisierung.

Schnelle Effekte im laufenden Betrieb

Kurzfristig setzt DB InfraGO auf neue betriebliche Maßnahmen. Dazu zählen digitale Prozesse und flexiblere Fahrplankonzepte, die Verspätungen reduzieren sollen.

  • Digitaler Befehl ersetzt Papierabläufe im Stellwerk und beschleunigt Entscheidungen
  • Pufferzeiten fangen kleine Störungen ab
  • Flex-Abfahrten und Jokergleise entlasten stark genutzte Knoten

Sanieren statt Flickwerk

Der Schlüssel für mehr Qualität liegt im Bauen. Auf rund 40 hochbelasteten Strecken bündelt DB InfraGO die Arbeiten in mehrmonatigen Sperrungen. Gleise, Weichen, Signale und Bahnhöfe werden in einem Zug erneuert. Das soll jahrelange Baustellen vermeiden und danach für längere Zeit Stabilität bringen.

Moderne Stellwerke und klare Planung

Ein weiteres Nadelöhr sind veraltete Stellwerke. Rund die Hälfte stammt aus der Zeit vor dem Computer. Bis Ende nächsten Jahres sollen 200 Anlagen ersetzt werden. Ab Sommer 2026 steuert eine zentrale Programmsteuerung alle Projekte, um Verzögerungen zu vermeiden.

Zustandsbericht zeigt erste Wirkung

Der InfraGO-Zustandsbericht 2025 belegt, dass der Abwärtstrend gestoppt ist. Das Schienennetz erreicht im Schnitt die Note 3,00 und bleibt damit stabil. Bahnhöfe verbessern sich leicht auf 2,96. Mehr als die Hälfte der Anlagen wird inzwischen mit den Noten 1 oder 2 bewertet.

Die Bahn spricht von einem langen Kraftakt. Ziel bleibt ein verlässlicher Schienenverkehr, der Wirtschaft und Reisende auch in den kommenden Jahrzehnten trägt.

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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